Von der Nachkriegsidee zum Familienbetrieb in der Südpfalz
Das kleine Dorf Walsheim liegt zwischen Landau und Neustadt an der Weinstraße, eingebettet in sanft ansteigende Weinberge der Südlichen Weinstraße. Hier gründete Karl Pfaffmann nach dem Zweiten Weltkrieg das Weingut, das noch heute seinen Namen trägt. Was zunächst als Nebenerwerb neben Viehzucht und Landwirtschaft begann, trieb Karl Pfaffmann konsequent voran: 1955 füllte er den ersten eigenen Flaschenwein ab — der Startschuss für ein unabhängiges Weingut. Davor war es in der Pfalz üblich, Trauben oder Fasswein abzugeben; die eigene Flasche war ein Bekenntnis zur Qualität.
1968 konzentrierte sich der Betrieb vollständig auf den Weinbau, 1974 entstand ein modernes Kelterhaus. Heute führt Enkel Markus Pfaffmann das Weingut in dritter Generation — gemeinsam mit seinem Bruder Helmut, dessen Frau Sigrid und der ganzen Familie. Markus Pfaffmann studierte Weinbau und Kellerwirtschaft an der Hochschule Geisenheim und ist seit 1998 im Keller wie im Weinberg aktiv. Die hauseigene Vinothek in Walsheim lädt Besucher ein, die Weine direkt am Entstehungsort kennenzulernen.
Nachhaltige Bodenarbeit, Ertragsreduktion und moderner Keller
Markus Pfaffmann setzt auf sorgfältige, nachhaltige Bodenpflege — mit dem erklärten Ziel, die Lebenskraft der Weinberge auch für kommende Generationen zu erhalten. Seit 2015 ist das Weingut zertifiziertes Mitglied von Fair'n Green, einem Nachhaltigkeitsprogramm, das ökologisch verantwortungsvolles Wirtschaften mit fairer Zusammenarbeit mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten verbindet. Im Weinberg gilt das Prinzip der konsequenten Ertragsreduktion: Die Reben werden bis zum Reifebeginn stark ausgedünnt, sodass nur wenige, vollständig gesunde Trauben mit maximaler Aromaintensität in die Lese gehen.
Im Keller arbeitet das Weingut mit einem breiten Instrumentarium. Für die Reifung kommen sowohl 225-Liter-Barrique- und 500-Liter-Tonneaux-Fässer als auch Edelstahltanks zum Einsatz — je nach Rebsorte und angestrebtem Stil. Das Ergebnis ist eine Qualitätslinie, die vom zugänglichen Alltagswein bis zu lagerfähigen Reserveweinen reicht. Zur Lese holt die Familie regelmäßig Freunde und Kunden in die Weinberge — ein Ritual, das Pfaffmann bewusst pflegt, um die Leidenschaft für den Weinbau weiterzugeben.
Breites Sortiment, klarer Stil: Burgunder, Riesling und Rotes aus Südpfalzer Lagen
Rund 30 Hektar Eigenrebfläche, insgesamt bis zu 60 Hektar unter Bewirtschaftung, mehr als 20 Rebsorten — die Pfaffmann-Weine stammen aus klar definierten Lagen: Walsheimer Silberberg, Knöringer Hohenrain, Nußdorfer Herrenberg, Gleisweiler Hölle und Böchinger Rosenkranz. Die Böden wechseln zwischen Lehm-Löss, Kalkstein und Buntsandstein und geben den Weinen je nach Lage eine andere Grundstruktur. Schwerpunkt liegt auf den Burgundersorten Grau- und Weißburgunder sowie Riesling — rund drei Viertel der Produktion sind Weißweine.
Daneben überzeugen die Rotweine: Der Pinot Noir Grand Réserve und die Cuvée Lara — ein Barrique-gereifter Verschnitt aus Merlot und Cabernet Sauvignon mit 24 Monaten Holzlagerung — zeigen, wie gut die Südpfalzer Sonnenstunden den internationalen Sorten bekommen. Der Chardonnay-Sekt Brut sowie die Reserveweine unter dem Pauline- und Charlotte-Label runden das Bild ab. Das Weingut wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesehrenpreis und Bewertungen im Gault Millau.