Vom mittelalterlichen Kloster zur provenzalischen Weinikone
Das Anwesen geht auf eine Nutzung zurück, die weit vor dem Mittelalter beginnt: Der Standort war bereits in vorrömischer Zeit besiedelt, und lokale Überlieferungen verbinden den Ort mit dem 13. Jahrhundert. Das heutige Kellergebäude stammt aus dem Jahr 1850 — gebaut von Joseph-Louis Lambot, dem Pionier des Stahlbetons. Diese Schichtung aus Geschichte und Handwerk prägt das Gut bis heute. Château Miraval liegt im Dorf Correns im Var, auf 30 Hektar Rebfläche, die sich auf durchschnittlich 350 Meter Höhe über dem Tal des Var erstrecken — das Gut liegt damit buchstäblich über dem provenzalischen Mainstream. 2011 erwarben Brad Pitt und die Familie Perrin das Anwesen gemeinsam und gründeten das Joint-Venture Miraval-Provence. Für die Perrins war die Partnerschaft kein Zufall: Seit Generationen im Rhônetal verwurzelt und seit den 1950er-Jahren Pioniere des ökologischen Landbaus, suchten Marc und Jacques Perrin seit Jahren nach einem Standbein in der Provence.
Biologie als Grundhaltung, Kalkstein als Kapital
Correns ist Frankreichs erstes vollständig biologisch zertifiziertes Dorf — und Château Miraval fügt sich konsequent in diesen Rahmen ein. Die 30 Hektar Reben werden ausschließlich biologisch bewirtschaftet, ohne Herbizide. Vor Beginn der Zusammenarbeit ließen die Perrins die Böden von den Mikrobiologen Claude und Lydia Bourguignon analysieren, um das Terroir präzise zu verstehen. Die Böden sind kalksteinhaltig mit Lehmanteil — auf dieser Höhenlage entstehen Weine mit mineralischer Spannung und klarer Säure, die das Küstenklima der weiter südlichen Côtes de Provence selten erreicht. Vinifiziert wird direkt auf dem Gut: Alle Farben — Rosé, Weiß und Rot — werden im Château-Keller ausgebaut. Die Rebsorten des Anwesens umfassen Grenache, Cinsault, Rolle, Grenache Blanc, Syrah und Cabernet Sauvignon; die Weinberge verteilen sich über die Appellationen Côtes de Provence und Coteaux Varois en Provence.
Rosé als Kernkompetenz — und weit mehr
Der Rosé war von Anfang an das Herzstück: Schon der erste Jahrgang 2012 schaffte es als einziger Rosé in die Top-100-Liste des Wine Spectator. Das Sortiment hat sich seither deutlich erweitert. Neben dem klassischen Miraval Rosé Côtes de Provence und dem fruchtigeren Studio by Miraval Rosé gibt es Weißweine wie den Studio by Miraval Blanc aus Rolle. Mit der Fleur de Miraval-Linie — einer Kollaboration mit Champagner-Expertise — wurde die Rosé-Kompetenz konsequent weiterentwickelt. Ergänzt wird das Portfolio durch den Gardener Gin, der die botanische Vielfalt der provenzalischen Garrigue aufgreift. Was alle Produkte verbindet: der Anspruch, Terroir und Handwerk sichtbar zu machen, ohne auf die Höhenlage und den ökologischen Ansatz zu verzichten, die Correns zu einem der eigenwilligsten Weinorte der Provence machen.