Drei Träumer, ein Weingut: die Geburt der Fantini Group in Ortona
1994 gründeten drei Partner — Filippo, Valentino und Camillo — in Ortona an der adriatischen Küste der Abruzzen das Unternehmen, das heute als Fantini Group Vini firmiert und lange unter dem Namen Farnese Vini bekannt war. Die drei wurden bald „die drei Träumer" genannt, denn sie starteten ohne eigene Weinberge und ohne nennenswertes Kapital — und schufen trotzdem eines der erfolgreichsten Weinhäuser Süditaliens. Ihr Modell: statt Flächen zu kaufen, arbeiten sie mit gewachsenen Familienbetrieben zusammen, die ihre Weinberge seit Generationen bewirtschaften. Dieses Netzwerk bildet bis heute das Fundament der Gruppe.
Der Name Farnese verweist auf eine historische Verbindung: Im 16. Jahrhundert beherrschte die adlige Familie Farnese das Gebiet um Ortona und ließ Rebgärten anlegen, deren Weine an europäischen Königshöfen geschätzt wurden. Diese weinbauliche Tradition — Lagen unterhalb des bis zu 3.000 Meter hohen Monte Maiella — ist der geografische Ankerpunkt, von dem aus Fantini seinen Radius nach Apulien, Kampanien, Basilikata und Sizilien ausgedehnt hat.
Boutique-Anspruch in großem Maßstab: Weinberg, Keller und Zertifizierungen
Fantini bezeichnet sich selbst als die größte Boutique-Kellerei Italiens — ein Anspruch, der sich in der Arbeitsweise ausdrückt: Trauben werden ausschließlich dort verarbeitet, wo sie wachsen, um Frische und Herkunftscharakter zu erhalten. Die Weinberge rund um Ortona, San Salvo und Pollutri, aus denen die Abruzzen-Linien stammen, bestehen zu einem großen Teil aus 25 bis 50 Jahre alten Reben auf ton- und kalkhaltigem Boden mit südöstlicher Exposition. Ein Team erfahrener Agronomiker und 21 junger Önologen überwacht Weinberg und Keller. Maßgeblich begleitet wird die Kellerarbeit vom renommierten Önologen Alberto Antonini, der die Konsistenz und Sortentreue des Portfolios sicherstellt.
Nachhaltigkeitsarbeit ist bei Fantini institutionell verankert: Die Gruppe trägt die Equalitas-Zertifizierung für nachhaltigen Weinbau sowie die Lebensmittelsicherheitszertifikate BRC Global Standard, IFS Food und ISO 22000. Die Nachhaltigkeitsziele umfassen unter anderem saubere Energie, verantwortungsvolle Produktion und Klimaschutz. Im Keller setzt Fantini auf moderne Technologie mit dem Ziel, die authentischen Eigenschaften der Trauben so unverfälscht wie möglich in die Flasche zu übertragen.
Vom Montepulciano bis zu autochthonen Cuvées: was das Sortiment auszeichnet
Die Abruzzen bleiben das vinologische Herzstück: Montepulciano d'Abruzzo mit seiner tiefen Farbe und dichten Frucht, Sangiovese aus den Terre di Chieti mit straffer Säure und mittlerem Tanningerüst, dazu frische Weißweine aus Trebbiano und Chardonnay sowie der Pecorino — all das bildet die Grundlinie. Die Weinberge im nördlichen Teil der Abruzzen liefern eine Kombination aus Reife und Frische, die den Weinen Zugänglichkeit ohne Flachheit gibt. Besonders hervorzuheben ist die Edizione Cinque Autoctoni: eine Cuvée aus fünf autochthonen Rebsorten Süditaliens, die zeigt, wozu das Netzwerk der Gruppe imstande ist, wenn regionale Vielfalt gebündelt wird.
Das breitere Portfolio unter Dachmarken wie Caldora und Calalenta bedient unterschiedliche Stilistiken — vom unkomplizierten Rosé bis zur gehaltvollerem Rotwein-Linie — und wurde mehrfach bei der Mundus Vini als bester italienischer Produzent ausgezeichnet. Was alle Fantini-Weine verbindet, ist ihr mediterraner Charakter: sonnenreife Frucht, klare Sortentypizität und eine Zugänglichkeit, die keine Abstriche bei der Substanz macht.