Von sieben Hektar am Gardasee zu einem der bekanntesten Namen Norditaliens
Die Geschichte von Zenato beginnt 1960, als Sergio Zenato in Peschiera del Garda, im Herzen der Lugana-Zone am Südufer des Gardasees, ein kleines Weingut mit sieben Hektar Rebfläche gründete. Von Anfang an galt sein Interesse den einheimischen Rebsorten der Region — vor allem dem Trebbiano di Lugana, dem er ein Potenzial zuerkannte, das damals kaum jemand sah. Sergio Zenato zählt heute als einer der Pioniere, die maßgeblich dazu beigetragen haben, Lugana als eigenständige DOC-Region zu etablieren. Bald folgte die Ausdehnung in die Valpolicella: Das Weingut Costalunga in Sant'Ambrogio wurde zur zweiten Heimat des Betriebs und zum Ausgangspunkt für die großen Rotweine des Hauses. Nach Sergios Tod übernahmen seine Frau Carla sowie die Kinder Alberto und Nadia Zenato die Leitung. Heute ist Alberto für die Produktion verantwortlich, Nadia für den internationalen Vertrieb — das Unternehmen liefert in über 60 Länder weltweit.
Zwei Terroirs, eine Handschrift: Moränenhügel, Trocknungskeller und Eichenholz
Zenato bewirtschaftet heute 95 Hektar Rebfläche, aufgeteilt auf zwei klar definierte Lagen: die Tenuta Santa Cristina in San Benedetto di Lugana und die Tenuta Costalunga in der Valpolicella Classica. Die Lugana-Böden sind tonig-lehmig und entstanden aus Moränenablagerungen des Gardasees — ein schweres, mineralreiches Substrat, das dem Trebbiano di Lugana Struktur und Tiefe verleiht. In Valpolicella wachsen Corvina, Rondinella und Oseleta auf kalkhaltigem Grund der klassischen Zone. Für die großen Rotweine setzt Zenato auf Appassimento: Die Trauben werden nach der Lese in speziellen Trocknungskellern gelagert, bevor sie vergoren werden — so entstehen die konzentrierten Aromen, die den Amarone prägen. Ausbau und Kellerarbeit orientieren sich an der Reifekapazität jedes Weins: Lugana und Bardolino reifen im Stahltank, um Frische zu bewahren; der Amarone Riserva verbringt vier Jahre in großen Fässern aus slowenischer Eiche.
Lugana und Amarone als zwei Pole eines klaren Stils
Das Sortiment von Zenato spannt einen weiten Bogen — von knackigen Seeufer-Weißweinen bis zu langlebigen Appassimento-Rotweinen — bleibt dabei aber stilistisch kohärent. Der Lugana San Benedetto steht für mineralische Präzision mit Zitrus und Kräutern; die Riserva Sergio Zenato, ausgebaut auf der Parzelle Podere Massoni, zeigt, was Trebbiano di Lugana mit Flaschenreife leisten kann: mehr Volumen, Würze, langer Abgang. Auf der Rotseite markiert der Amarone della Valpolicella Classico den Kern des Hauses — dicht, tieffarbig, mit dem charakteristischen Spiel zwischen dunkler Frucht, Tabak und der Bitterkeit getrockneter Schalen. Wer einen ersten Zugang zu Valpolicella sucht, findet ihn im Bardolino oder im Alanera Rosso Veronese, einem Verschnitt aus teilweise getrockneten autochthonen Sorten mit Merlot und Cabernet Sauvignon aus der Costalunga-Domäne. Die Familie Zenato hält zudem eine Mitgliedschaft in der Famiglie dell'Amarone d'Arte, dem Zusammenschluss der historischen Amarone-Erzeuger der Valpolicella — ein Beleg für die Stellung, die sich das Weingut über sechs Jahrzehnte erarbeitet hat.