Von einem Acre Reben zum Maßstab Neuseelands
Villa Maria beginnt mit einer einfachen Entscheidung: 1961 pachtet Sir George Fistonich, gerade 21 Jahre alt und Sohn kroatisch-dalmatinischer Einwanderer, fünf Acres Land von seinem Vater in Māngere bei Auckland. Er bepflanzt davon einen einzigen Acre mit Reben. Den ersten Wein unter dem Namen Villa Maria keltert er 1962. Was folgt, ist eine der prägendsten Geschichten der neuseeländischen Weinwirtschaft. In den 1960er Jahren ist das Weingut noch ein Einmannbetrieb, unterstützt von Fistonich's Frau Gail. Ab den frühen 1970er Jahren expandiert das Unternehmen rasch, erschließt nach und nach die Regionen Gisborne, Hawke's Bay und schließlich Marlborough — heute der wichtigste Herkunftsort im Portfolio. 2000 eröffnet Villa Maria eine eigene Kellerei in Marlborough, 2005 folgt ein vollständig neuer Produktionsstandort in Auckland, errichtet im Krater eines erloschenen Vulkans. 2009 wird Fistonich für seine Verdienste um die neuseeländische Weinindustrie zum Ritter geschlagen. Im Jahr 2021 übernimmt Indevin das Unternehmen — die Marke Villa Maria mit ihren Produktionsstandorten und dem breiten Weinsortiment bleibt dabei vollständig erhalten.
Nachhaltigkeit als Grundsatz, nicht als Marketinginstrument
Villa Maria gehört zu den Gründungsmitgliedern von Sustainable Winegrowing New Zealand (SWNZ) — bereits 1995, als Nachhaltigkeitszertifizierung im Weinbau noch kaum verbreitet war. Seit dem Jahr 2000 arbeitet das Weingut aktiv an der Umstellung auf organische Bewirtschaftung. 2009 war Villa Maria das erste große neuseeländische Weingut, das die vollständige BioGro-Biozertifizierung — vom Weinberg über die Kellerei bis zum Exportlager — erhalten hat. Heute werden rund 30 Prozent der eigenen Rebflächen biologisch bewirtschaftet, mit dem erklärten Ziel, bis 2030 alle hauseigenen Weinberge auf organisches Management umgestellt zu haben. Die organischen Flächen kommen ohne synthetische Pestizide, Herbizide oder Düngemittel aus; stattdessen setzt das Team auf Zwischenbegrünung mit Hafer, Senf, Buchweizen, Erbsen und Klee, um den Boden zu nähren und die Biodiversität zu fördern. Im Keller setzt Villa Maria seit 2001 konsequent auf den Schraubverschluss — als erstes großes Weingut weltweit, das das gesamte Sortiment korkverschlussfrei abfüllt. Beim CO₂-Ausstoß hat das Unternehmen den Ausstoß pro Flasche seit 2010 um rund 30 Prozent gesenkt, unter anderem durch vollelektrische Staplerflotten, reduzierte Flaschenmassen und Schienentransport für Inlandslogistik. Ab 2024 werden ausgewählte Weine in Tanks nach Großbritannien verschifft und dort abgefüllt, was Verpackungs- und Transportemissionen um weitere 27 Prozent reduziert.
Marlborough im Zentrum — Stilistik mit klarer Handschrift
Marlborough ist das Herzstück des Villa-Maria-Sortiments. Die Rebflächen verteilen sich auf die beiden Haupttäler der Region: Der wärmere Wairau Valley liefert Sauvignon Blanc mit tropisch-fruchtiger Aromatik, Passionsfrucht und Grapefruit; das kühlere Awatere-Tal steht für grünere, würzige Profile mit Limette, Zitronengras und frischen Kräutern. Villa Maria arbeitet mit niedrigen Erträgen und kelteriert Parzellen separat, um die Herkunft im Glas ablesbar zu halten. Das Sortiment ist klar in Qualitätsstufen gegliedert: Der Private Bin bildet den zugänglichen Einstieg, gefolgt von Reserve und Single-Vineyard-Weinen wie dem Seaspray Sauvignon Blanc oder dem Taylors Pass Chardonnay, die Einzellagen portätieren. An der Spitze stehen die Icon-Weine, darunter der Icon Woven Sauvignon und der Kelten Single Vineyard, bei denen Parcellierung und Vinifikationsdetails im Vordergrund stehen. Neben Sauvignon Blanc und Chardonnay zeigt Villa Maria mit dem Reserve Pinot Noir, dass Marlborough auch für rote Burgundersorten ernsthafte Tiefe liefert. Das Sortiment wird abgerundet durch Blush und weitere Stile, die das breite Spektrum der neuseeländischen Anbauregionen abdecken.