Von Sambuca di Sicilia in die Welt: die Entstehung von Vigneti Zabù
Vigneti Zabù ist ein Weinprojekt im Südwesten Siziliens, das aus dem Zusammenspiel zweier Kräfte entstanden ist: der Ambition von Valentino Sciotti, Gründer der Fantini-Gruppe, und dem Handwerk sizilianischer Winzer vor Ort. 2005 wurden die ersten eigenen Reben auf den Hügeln rund um den Lago Arancio bei Sambuca di Sicilia gepflanzt – einer Gegend, deren Böden seit der Antike unter dem Pflug lagen und die archäologische Spuren jahrtausendealter Landwirtschaft tragen. Unterstützung kam vom erfahrenen Önologen Filippo Baccalaro aus dem Mutterhaus Farnese Vini in den Abruzzen, der als Spezialist für Süditalien die Weinberge von Anfang an prägte. Der Name Zabù leitet sich vom arabischen Emir Al Zabuth ab, der einst in Sambuca dem Weinbau neuen Schwung verlieh – eine Erinnerung daran, dass die kulturelle Tiefe dieser Insel viele Schichten hat.
Terroir und Keller: Ton, Höhe und der Einfluss des Sees
Die Weinberge liegen auf rund 400 Metern Höhe über dem Meeresspiegel auf tonreichen Böden, die Feuchtigkeit speichern und den Reben auch in den heißen sizilianischen Sommern Stabilität geben. Der nahe Lago Arancio spielt dabei eine konkrete klimatische Rolle: Er mildert die Tagestemperaturen, sorgt für kühle Nächte und schafft so die thermischen Schwankungen, die Aromatik und Säurestruktur der Weine schärfen. Im Keller setzt Farnese auf präzise Technik ohne Überarbeitung: Grillo und Nero d'Avola werden bei niedrigen Temperaturen in Edelstahl vergoren, um Frische und Sortentypizität zu erhalten. Für den Il Passo Nerello Mascalese geht man einen anderen Weg – die Trauben werden mit angeknickten Stielen länger am Stock belassen, damit Sonne und trockener Schirokko-Wind sie antrocknen lassen. Diese Appassimento-Methode am lebenden Rebstock verdichtet Aromen und Struktur, ähnlich dem Prinzip des Amarone, aber mit sizilianischer Handschrift.
Sizilianische Rebsorten, klarer Stil, zwei Linien
Im Sortiment stehen autochthone Sorten klar im Vordergrund: Nero d'Avola und Grillo bilden das Rückgrat, ergänzt durch Nerello Mascalese, Syrah, Chardonnay und Merlot. Die Basisline – Nero d'Avola, Grillo, Syrah – zielt auf zugängliche, sortentypische Weine mit roter Kirsche, würziger Tiefe und lebendiger Säure. Darüber steht die Chiantari-Serie, für die strengere Qualitätskriterien gelten: Die Weine zeigen mehr Dichte, Textur und Komplexität, bleiben dabei aber mediterran-direkt im Ausdruck. Wer Sizilien nicht als schwere, alkohollastige Insel kennt, sondern als Quelle mineralischer, charaktervoller Weine, findet bei Vigneti Zabù einen verlässlichen Einstiegspunkt in genau diesen Stil.