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Über Planeta
Fünf Jahrhunderte Land, drei Cousins, eine erste Ernte: die Wurzeln von Planeta
Die Familie Planeta bewirtschaftet sizilianisches Land seit über 500 Jahren — 17 Generationen, deren Geschichte an der Festung Ulmo zwischen Sambuca di Sicilia und Menfi im Südwesten der Insel beginnt. Was zunächst Ackerbau und Genossenschaftsweinbau war, formte Diego Planeta in den 1980er-Jahren zum Fundament eines neuen Projekts: Als Vorsitzender des regionalen Instituts für Weinreben und Wein holte er namhafte Berater wie Giacomo Tachis und Carlo Corino nach Sizilien und machte seine Güter zum Versuchslabor für sizilianische und internationale Rebsorten. 1985 wurden in Ulmo die ersten Reben gepflanzt; zehn Jahre später, 1995, kamen die ersten Flaschen unter dem Namen Planeta auf den Markt. Hinter diesen ersten Weinen standen drei Cousins in ihren Zwanzigern: Francesca, Alessio und Santi Planeta. Sie wollten beweisen, dass Sizilien mehr konnte als Massenware — und sie hatten recht.
Was als ein Gut begann, wurde zur inselweiten Reise. Nach Ulmo folgten Güter in Menfi, dann Vittoria im Südosten (1997), Buonivini bei Noto, Feudo di Mezzo am Ätna und schließlich La Baronia am Capo Milazzo im Nordosten. Heute umfasst Planeta rund 370 Hektar Weinberge in fünf verschiedenen Anbaugebieten, verteilt über sieben Kellereien — und produziert rund 2,4 Millionen Flaschen jährlich. Das Herz des Betriebs schlägt nach wie vor in Menfi, wo sich Verwaltung, Technologie und das familiäre Zentrum befinden.
Planeta Terra: Nachhaltigkeit als Haltung, nicht als Marketingversprechen
Planeta gehört zu den Mitgründern von SOStain, dem sizilianischen Programm für nachhaltigen Weinbau, das 2011 ins Leben gerufen wurde; seit 2014 ist das Weingut zertifiziert. Inzwischen ist die gesamte bewirtschaftete Fläche — Weinberge, Olivenhaine, Mandeln, Getreide — biologisch zertifiziert. Die Leitlinie heißt intern Planeta Terra: ein Protokoll aus agronomischen und betrieblichen Praktiken, das Landwirtschaft als Quelle von Wohlbefinden für Menschen und Natur versteht. Konkret bedeutet das: wirtschaftliche Tragfähigkeit, ökologisches Bewusstsein und soziale Verantwortung als gleichwertige Säulen. Am Capo Milazzo etwa steht ein minimalistischer, demontierbarer Keller aus Eisen und Stein — bewusst so gebaut, dass er das Territorium bei Bedarf spurlos verlassen kann. Hinzu kommt das Projekt Viti Diverse, das die genetische Vielfalt sizilianischer Rebsorten schützen soll: Über 400 ältere Mutterpflanzen aus Weinbergen mit mehr als 20 Jahren wurden identifiziert und analysiert, um das Rebsortenerbe der Insel für kommende Generationen zu sichern.
Von Menfi bis zum Ätna: Stil, Rebsorten und das Sortiment im Überblick
Planeta versteht Sizilien als eigenständigen Weinkontinent — und jeder Standort bringt seine eigene Stilistik mit. In Menfi entstehen der Chardonnay, der das Weingut einst international bekannt machte, sowie der Alastro Bianco aus Grecanico. Der Cometa, ein Weißwein aus der süditalienischen Sorte Fiano, gilt heute als einer der bekanntesten Weißweine Süditaliens überhaupt: Pfirsich, Mandarine, Kräuter — mit Kraft und gleichzeitiger Frische. In Vittoria werden Nero d'Avola und Frappato für den Cerasuolo di Vittoria vinifiziert, Siziliens einzige DOCG. Bei Noto zeigt der Nero d'Avola seine konzentrierteste, dunkelfruchtigste Seite. Am Ätna schließlich — auf vulkanischem Untergrund, auf Höhenlagen mit deutlich kühleren Nächten — entstehen die Weine der Linie Eruzione 1614: der Carricante als mineralisch-salziger Weißwein, der Nerello Mascalese als transparenter, tanninarmer Rotwein mit burgundischer Anmutung. Internationales Handwerk und sizilianische Identität stehen bei Planeta nicht im Widerspruch — sie bedingen sich gegenseitig.
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