Seit 1340 auf demselben Hügel: die Tenuta Monfalletto in La Morra
Wenige Weingüter Italiens können ihre Wurzeln so präzise datieren wie dieses: Am 3. April 1340 erwarb Pietrino Falletti die Ländereien von La Morra — und damit begann eine Familiengeschichte, die heute in der 19. Generation fortgeschrieben wird. Über fast sechs Jahrhunderte blieb der Besitz in den Händen der Falletti, bis Gräfin Luigia Falletti di Rodello 1941 kinderlos starb und ihr Neffe Paolo Cordero di Montezemolo das Erbe antrat. Er war es, der aus einem feudalen Landwirtschaftsbetrieb — der Wein hatte zuvor als Teil des Arbeiterlohns gegolten — ein kommerzielles Weingut formte und den Namen Monfalletto in der Barolo-Welt bekannt machte. Heute führen sein Sohn Giovanni sowie dessen Kinder Elena und Alberto das Gut gemeinsam weiter.
Das Herzstück des Betriebs ist die Tenuta Monfalletto im Ortsteil Annunziata bei La Morra, auf den UNESCO-Welterbe-Hügeln der Langhe gelegen. Auf dem Gipfel des Hügels steht eine Zeder des Libanon, die Costanzo Falletti di Rodello und seine Braut Eulalia Della Chiesa di Cervignasco 1856 zur Hochzeit pflanzten — noch heute das Symbol des Weinguts und sichtbarer Anker über den Rebzeilen.
Zusammenhängende Lagen, ökologischer Anbau, präzise Vinifikation
Was Cordero di Montezemolo im fragmentierten Piemont heraushebt, ist die Geschlossenheit der Kernlage: 28 zusammenhängende Hektar auf allen Seiten des Monfalletto-Hügels, ergänzt durch weitere Zupachtungen und Zukäufe in Alba und im Roero auf insgesamt rund 38 Hektar. In einer Region, in der Generationenteilungen die Weinberge über Jahrhunderte immer weiter aufgesplittert haben, ist ein solcher Rebflächenblock eine Ausnahme. Die Rebsorten — Nebbiolo, Barbera, Dolcetto, Arneis und Chardonnay — sind je nach Hangexposition, Höhenlage und Bodentyp gezielt platziert; der Untergrund besteht vorwiegend aus Sandstein und kalkreichem Tuffmergel.
Anfang der 2000er-Jahre stellte das Weingut auf ökologischen Anbau um; heute sind die Weinberge zertifiziert biologisch bewirtschaftet. Gedüngt wird ausschließlich mit natürlichen und mineralischen Mitteln. Im Keller arbeitet die Familie mit einem Ansatz, der seit den Reformen der 1960er- und 1970er-Jahre konsequent weiterentwickelt wird: Vergärung in temperaturkontrollierten Edelstahltanks, anschließend Ausbau in einer Kombination aus großen Holzfässern und kleinen Barriques — je nach Wein mit unterschiedlichem Anteil, damit die Eiche stets im Hintergrund bleibt und die Frucht des Nebbiolo trägt. Geerntet wird von Hand, mit parzellengenauer Selektion zum optimalen Reifezeitpunkt jedes einzelnen Teilstücks.
Barolo als Leitfaden — vom zugänglichen Monfalletto bis zum Villero-Cru Enrico VI
Das Sortiment folgt der Logik des Hauses: Nebbiolo steht im Mittelpunkt, die anderen piemontesischen Sorten ergänzen das Bild. Das Flaggschiff Barolo Monfalletto vereint die Trauben aller La-Morra-Parzellen zu einem Wein, der für einen Barolo früh zugänglich ist — kirschfruchtbetont, mit samtigen Tanninen und der typischen floralen Note der Lage. Der Barolo Gattera stammt aus einem Einzellagenteil desselben Hügels und zeigt mehr Struktur und Tiefe. Das Prestige-Cuvée Enrico VI kommt aus einem knapp zwei Hektar großen Parzellenstück im Villero-Cru von Castiglione Falletto, das Paolo Cordero di Montezemolo 1965 erwarb: 20 Monate Reifung in französischen Eichenfässern, Aromen von Eukalyptus, Lakritze und dunkler Frucht, ausgeprägte Tannine, langer Abgang. Neben den Barolos zeigen Barbera d'Alba Superiore Funtanì, Dolcetto d'Alba, der rebsortenreine Langhe Arneis und der im Holz ausgebaute Elioro Chardonnay, wie breit die Langhe jenseits des Nebbiolo aufgestellt ist — stets mit dem gleichen Anspruch an Herkunftstransparenz und Handwerksgenauigkeit.