Über 800 Jahre in einer Hand: Deutschlands ältestes Familienweingut
Was um das Jahr 1200 als urkundlich belegter Weinbergsbesitz der Familie Dalberg begann, ist heute Deutschlands ältestes Weingut in ununterbrochener Familienhand. Der Wallhäuser Felseneck — heute eine der renommiertesten Lagen der Nahe — taucht bereits 1219 in einer Urkunde auf, damals noch als „Breitwiesen" bezeichnet. Über Jahrhunderte blieb der Besitz in der Familie, bis er durch Heirat 1911 an das Fürstenhaus Salm-Salm überging. Wirtschafts- und Wohnräume befinden sich bis heute im historischen Schloss Wallhausen, dessen Gewölbekeller rund 450 Jahre alt ist.
Heute führt Felix Prinz zu Salm-Salm, Diplom-Ingenieur für Weinbau und Önologie der Hochschule Geisenheim, das Gut in der 32. Generation — gemeinsam mit seiner Frau Victoria, die seit 2015 Vertrieb und Marketing verantwortet. Sein Vater Michael Prinz zu Salm-Salm war von 1990 bis 2007 Präsident des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter (VDP), dem das Weingut als langjähriges Mitglied angehört.
Ökologischer Pionier an der Nahe: Grüner Schiefer, gesunde Reben, kein Kompromiss
Schon 1988 stellte Michael Prinz zu Salm-Salm das Weingut auf ökologischen Landbau um — zu einem Zeitpunkt, als das an der Nahe noch eine Ausnahme war. Seitdem wird ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und mineralische Düngemittel gearbeitet. Ganzjährige Begrünung versorgt die Böden auf natürlichem Weg mit Stickstoff; zusätzliche Nährstoffe kommen ausschließlich aus organischer Düngung. Das Weingut trägt außerdem die Fair'n Green-Zertifizierung für nachhaltiges Wirtschaften.
Das Herzstück der Nahe-Weinberge ist das Terroir rund um Wallhausen und Dalberg: Grüner Schiefer — auch Dalberger Schiefer genannt — tritt dort offen zutage und ist geologisch eine Rarität, die es so nur in diesem engen Tal gibt. In Wallhausen selbst dominieren Rotliegendes und Quarzit. In Bingen kommen der kalkhaltige Kirchberg und der durch das Mineral Hämatit leuchtend rot gefärbte Scharlachberg hinzu. Die Wallhäuser Lagen liegen auf über 300 Meter Höhe; kühle Luftströmungen vom Hunsrück sorgen dafür, dass die Trauben auch in warmen Jahren langsam und aromatisch reifen.
Riesling vom Schiefer — und mehr: Das Sortiment von der Ersten bis zur Großen Lage
Riesling macht rund zwei Drittel der Produktion aus und steht im Zentrum des Sortiments. Felix Prinz zu Salm-Salm beschreibt den Stil seiner Lagenrieslinge als schlank und filigran — Weine, die den Charakter des Bodens zeigen, nicht überformen. Der Grünschiefer prägt die Rieslinge aus Felseneck und Dalberger Ritterhölle mit kühler Mineralität und klarer Struktur; der Johannisberg in Wallhausen liefert als VDP.Grosse Lage kraftvollere, tiefgründige Interpretationen. Ergänzt wird das Portfolio durch Weiß-, Grau- und Spätburgunder sowie zwei Winzersekte in traditioneller Flaschengärung — den Brut-Nature-Sekt „Der Wildgraf" und die Cuvée „La Principessa".
Das VDP-Klassifizierungssystem — von den Ortsweinen über Erste Lagen bis zu den Großen Gewächsen — zieht sich konsequent durch das gesamte Angebot und macht die Herkunft jeder Flasche direkt ablesbar. Wer die Weine von Prinz Salm einmal nebeneinander verkostet, versteht, warum ein und dieselbe Rebsorte auf Grün- und Rotschiefer zwei völlig verschiedene Sprachen spricht.