Mehr als 200 Jahre Nahe — und seit 1995 im Weltformat
Die Familie Fröhlich baut seit über zwei Jahrhunderten Wein im Dorf Bockenau an der mittleren Nahe an. Den heutigen Doppelnamen trägt das Gut, weil Tims Eltern Karin Schäfer und Hans Fröhlich zwei eigenständige Familienbetriebe in die Ehe mitbrachten und zusammenführten — aus zwei Generationen Erfahrung wurde eine Adresse. Es waren Karin und Hans, die das Gut mit konsequenter Qualitätsarbeit auf ein neues Niveau hoben und ein außergewöhnliches Weinbergsportfolio aufbauten. Seit 1995 trägt Tim Fröhlich die Hauptverantwortung; 2001 folgte die Aufnahme in den VDP.Nahe. Heute leiten Tim und seine Frau Nicole den Betrieb, unterstützt von Tims Schwester Meike und ihrem Partner Mats Genheimer — das Gut bleibt, was es immer war: ein Familienunternehmen, in dem jede Hand zählt.
Steillage, Schiefer, Spontangärung — kein Kompromiss im Weinberg oder Keller
Das Weingut bewirtschaftet rund 21 Hektar, verteilt auf sechs VDP.Große Lagen an der mittleren Nahe. Alle Parzellen liegen in Steillage auf kargem, felsigem Gestein: blauer Devonschiefer und Quarzit im Bockenauer Felseneck, Porphyr-Vulkanverwitterungsböden im Schlossböckelheimer Felsenberg und in der Kupfergrube, Schieferböden im Monzinger Halenberg und Frühlingsplätzchen. Bockenauer Stromberg und Felseneck sind Monopollagen — ausschließlich in Familienbesitz. 85 Prozent der Rebfläche sind mit Riesling bestockt, der Rest mit Burgundersorten. Die Arbeit im Weinberg ist das ganze Jahr über händisch: sorgfältige Laubarbeit, konsequente Ertragsreduzierung, Handlese mit Nachsortierung am Tisch. Im Keller setzt Tim Fröhlich ab Gutswein aufwärts auf Spontangärung oder selbst selektierte wilde Hefen — minimale Eingriffe, kein Einsatz von Schönungsmitteln. Ziel ist, den Charakter jeder einzelnen Lage so direkt wie möglich in die Flasche zu übertragen.
Präzise, mineralisch, lagerfähig — Rieslinge mit klarer Handschrift
Die trockenen Rieslinge von Schäfer-Fröhlich tragen die Böden, auf denen sie wachsen, als sensorischen Fingerabdruck: Die Weine vom vulkanischen Stromberg zeigen tiefgründige, salzige Mineralik, jene vom Schieferfelseneck vielschichtige Kräuterwürze und feine Säurestruktur, die Schlossböckelheimer Lagen Felsenberg und Kupfergrube bringen kühle Kräuternoten und dichten Extrakt. In der Jugend können die Großen Gewächse von einer rauchigen Wildheit geprägt sein — das ist Absicht, nicht Fehler. Mit Luft oder einigen Jahren Kellerreife öffnen sie sich zu komplexen, präzisen Weinen mit ausgeprägtem Reifepotenzial. Neben den Riesling-Großen Gewächsen gehören Weißburgunder sowie weitere Burgundersorten zum Sortiment. Wer die Weine jung trinkt, sollte großzügig dekantieren; wer wartet, erlebt, wie sich die Lagen mit der Zeit erst vollständig erklären.