Von Venedig bis an die Ferse des Stiefels: fast ein Jahrhundert Familie Botter
Die Geschichte von Casa Vinicola Carlo Botter beginnt 1928 in Fossalta di Piave, einem kleinen Ort rund 30 Kilometer nordöstlich von Venedig am Fluss Piave. Carlo Botter und seine Frau Maria eröffneten dort einen kleinen Weinhandel, der zunächst Wein in Fässern und Demijohns an Restaurants und Händler der Region lieferte. Den entscheidenden Wachstumsschritt vollzog die zweite Generation: Die Söhne Arnaldo und Enzo Botter stiegen in den 1950er Jahren ins Unternehmen ein, führten in den 1960ern den Flaschenwein ein und legten damit die Basis für den Export. 1965 erschloss Botter den europäischen Markt, 1980 folgte der erste Schritt außerhalb Europas. Ende der 1990er Jahre übernahm die dritte Generation — Annalisa, Alessandro und Luca Botter — das Ruder und passte das Unternehmen an die Anforderungen eines dynamischen, globalen Marktes an. Heute zählt Casa Vinicola Carlo Botter zu den größten Weinproduzenten und -exporteuren Italiens.
Zwei Standorte, ein Anspruch: Herkunftstreue entlang ganz Italiens
Botter verfolgt einen dezidiert multi-territorialen Ansatz: Das Unternehmen arbeitet mit sorgfältig ausgewählten Winzern aus Venetien, Abruzzen, Kampanien, Apulien und Sizilien zusammen und ergänzt diese Partnerschaften durch eigene Güter. Das Weingut La di Motte, benannt nach Großmutter Maria und ihrer friulanischen Heimat, wurde in den 1970er Jahren in Motta di Livenza gegründet; seine Rebflächen liegen auf der Grenze zwischen Venetien und Friaul. Der zweite eigene Standort ist die Masseria Doppio Passo in Salice Salentino, die 2017 erworben wurde — eine logische Fortsetzung eines Engagements, das schon in den 1980er Jahren mit apulischen Partnerweingütern begonnen hatte. Heute versorgen rund 1.500 Hektar Rebfläche in Apulien die süditalienischen Cuvées des Hauses. Die Produktions- und Abfüllanlage in Fossalta di Piave umfasst 62.000 Quadratmeter, verfügt über 452 Fermentations- und Lagertanks sowie fünf Abfülllinien. Nachhaltigkeit ist dabei kein Marketingversprechen, sondern ein erklärtes Unternehmensziel: Botter hat sich verpflichtet, Emissionen, Abfall und den Einsatz nicht erneuerbarer Energien systematisch zu reduzieren.
Doppio Passo und die Kraft des Südens: das Sortiment im Überblick
Das bekannteste Aushängeschild des Hauses ist die Doppio-Passo-Linie — Weine aus Salento, die nach der Appassimento-Methode ausgebaut werden: Durch das partielle Antrocknen der Trauben vor der Vergärung entstehen konzentriertere Aromen, mehr Körper und eine weiche, zugängliche Struktur. Der Primitivo ist dabei die Leitrebsorte, ergänzt durch Nero d'Avola, Negroamaro und Malvasia Nera — allesamt autochthone Sorten Süditaliens. Daneben stehen ein Primitivo di Manduria Riserva sowie ein Rosato aus Puglia und eine alkoholfreie Variante im Regal. Aus dem venezianischen Teil des Sortiments stammt der Casa di Malia Prosecco Frizzante DOC. Für strukturiertere Rotweine aus Apulien steht der Marchese di Borgosole Salice Salentino Riserva, produziert aus den Lagen rund um die Masseria in Salice Salentino. Das Spektrum spiegelt Botters Grundidee: die Vielfalt der italienischen Weinlandschaft — von den kühlen Hügellagen des Venetiens bis zu den sonnendurchfluteten Lehmböden Apuliens — in zugänglichen, trinkfreudigen Weinen zu bündeln.