Die Kurzantwort: Cava ist ein spanischer Schaumwein, der wie Champagner durch eine zweite Gärung in der Flasche entsteht. Fast alle Cavas kommen aus Katalonien, genauer aus dem Penedès südwestlich von Barcelona. Die klassischen Rebsorten sind Macabeo, Xarel·lo und Parellada. Cava ist trocken, frisch und oft deutlich günstiger als Champagner, weil die Mindestreife kürzer ist.
Was ist Cava genau?
Cava ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung (DO). Ein Wein darf nur so heißen, wenn er nach der traditionellen Flaschengärung hergestellt wird: Ein fertiger Grundwein bekommt Hefe und Zucker, wird in die Flasche gefüllt und gärt dort ein zweites Mal. Dabei entsteht die Kohlensäure, die später als Perlage im Glas steht. Nach der Reife auf der Hefe wird das Depot aus der Flasche entfernt, der Fachbegriff dafür ist Degorgieren.
Das Wort cava heißt auf Spanisch „Keller“. Gemeint sind die tiefen, kühlen Keller in Sant Sadurní d'Anoia, dem Hauptort der Cava-Erzeugung. Rund 95 Prozent aller Cavas kommen aus Katalonien, kleinere Mengen dürfen auch aus Gemeinden in Aragón, Valencia, Navarra, Rioja und Extremadura stammen.
Ist Cava ein Sekt?
Im Alltag ja, im Sinne des Etiketts nein. „Sekt“ ist die deutsche Bezeichnung für Qualitätsschaumwein und steht vor allem auf deutschen und österreichischen Flaschen. Cava ist das spanische Gegenstück, mit eigenen, strengeren Regeln: Ein deutscher Sekt darf auch im Tank vergoren werden, ein Cava nie. Wer „spanischer Sekt“ sagt, meint fast immer Cava. Deutsche Schaumweine findest du unter Sekt.
Cava, Champagner, Prosecco: was ist der Unterschied?
- Herstellung: Cava und Champagner gären in der Flasche. Prosecco gärt im großen Drucktank, das macht ihn fruchtiger und weniger hefig.
- Rebsorten: Cava setzt auf Macabeo, Xarel·lo und Parellada, dazu dürfen Chardonnay, Pinot Noir, Garnacha und Trepat. Champagner kommt aus Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier. Prosecco wird aus Glera gemacht.
- Mindestreife in der Flasche: Cava 9 Monate auf der Hefe, Champagner 15 Monate, Prosecco in der Regel gar keine, weil er im Tank entsteht.
- Geschmack: Cava ist meist trockener und erdiger als Prosecco und etwas schlanker als Champagner, mit Noten von grünem Apfel, Zitrus, Mandel und bei längerer Reife Brioche.
Wer den Champagner-Stil zum kleineren Preis sucht, liegt bei einem länger gereiften Cava richtig. Wer es fruchtig und leicht mag, greift eher zu Prosecco.
Die Rebsorten des Cava
Macabeo bringt Frische und eine zarte, florale Frucht. Xarel·lo gibt Körper, Struktur und Säure und ist die Sorte, die Cava langlebig macht. Parellada wächst in höheren Lagen und sorgt für Finesse und feine Aromatik. Für Rosado (Rosé-Cava) kommen rote Sorten wie Trepat, Garnacha und Pinot Noir dazu.
Reserva, Gran Reserva, Paraje: die Reifestufen


Wie bei Champagner hängt der Stil stark davon ab, wie lange der Cava auf der Hefe liegt. Die Regeln schreiben Mindestzeiten vor:
- Cava de Guarda: mindestens 9 Monate. Frisch, fruchtig, unkompliziert.
- Reserva: mindestens 18 Monate. Mehr Cremigkeit, erste Hefenoten.
- Gran Reserva: mindestens 30 Monate. Feine Perlage, Brioche, getrocknete Früchte, Nüsse.
- Cava de Paraje Calificado: mindestens 36 Monate, aus einer einzelnen, geprüften Lage. Die Spitze der Pyramide.
Reserva, Gran Reserva und Paraje werden unter dem Begriff Cava de Guarda Superior zusammengefasst. Für sie gelten strengere Regeln beim Weinberg, unter anderem müssen die Trauben aus ökologischem Anbau stammen.
Brut, Brut Nature, Semiseco: die Süßegrade
Auf dem Etikett steht, wie viel Zucker nach dem Degorgieren zugegeben wurde. Von trocken nach süß:
- Brut Nature: bis 3 g/l, knochentrocken
- Extra Brut: bis 6 g/l
- Brut: bis 12 g/l, der Klassiker
- Extra Seco: 12 bis 17 g/l
- Seco: 17 bis 32 g/l
- Semiseco: 32 bis 50 g/l, spürbar süß
- Dulce: über 50 g/l
Verwirrend, aber wichtig: „Seco“ heißt zwar „trocken“, ist bei Schaumwein aber schon deutlich süß. Für den Aperitif greifst du zu Brut oder Extra Brut, zum Dessert eher zu Semiseco.
Wozu passt Cava?
Cava ist einer der vielseitigsten Speisebegleiter. Ein junger Brut passt zum Aperitif, zu Tapas, Oliven und Jamón. Die Säure und die Perlage passen zu frittierten Speisen, zu Fisch, Meeresfrüchten und Austern. Ein gereifter Gran Reserva begleitet Geflügel, Pilzgerichte und reifen Hartkäse. Rosado passt zu Lachs, Thunfisch und sommerlicher Küche, ein Semiseco zu Obstkuchen. Serviere Cava bei 6 bis 8 Grad, einen Gran Reserva etwas wärmer, bei 8 bis 10 Grad.
Cava aus unserem Sortiment
Für jeden Tag und für Mischgetränke: der CHIC Barcelona Cava Brut von Pere Ventura und der Cava Pupitre Brut von Cellers l'Arboç. Wer es halbtrocken und rosa mag, nimmt den CHIC Barcelona Demi Sec Rosé.



Rosado mit mehr Tiefe: der Pere Ventura Tresor Rosé, der Cava Pupitre Rosé Brut und der Vilarnau Brut Reserva Rosado.



Für den Champagner-Vergleich: der Cava Gran Reserva Tresor Brut von Pere Ventura und als Spitze der Cava de Paraje Calificado Trésor aus einer Einzellage.
Die ganze Auswahl findest du unter Cava, weitere Schaumweine unter Schaumwein.
Häufige Fragen
Ist Cava günstiger Champagner?
Cava ist kein Ersatz, sondern ein eigener Stil mit eigenen Rebsorten. Er wird aber nach derselben Methode hergestellt, und ein gereifter Gran Reserva kommt dem Champagner-Stil sehr nahe. Der Preisunterschied kommt vor allem von den Traubenpreisen und der kürzeren Mindestreife.
Wie lange hält sich ein geöffneter Cava?
Mit einem Schaumweinverschluss im Kühlschrank ein bis zwei Tage. Danach lässt die Perlage spürbar nach.
Kann ich Cava lagern?
Ein junger Brut ist zum baldigen Trinken gemacht, am besten innerhalb von ein bis zwei Jahren. Ein Gran Reserva hält länger, sein Höhepunkt liegt aber bei der Freigabe, denn die Reife hat schon im Keller der Bodega stattgefunden.























































































