Vier Generationen, eine Obsession: die Cava-Hauptstadt Sant Sadurní d'Anoia
Die Geschichte hinter dem Namen Pere Ventura reicht weit über die Gründung des Weinguts hinaus. 1991 gründete Pere Ventura Vendrell, geboren 1961 in Sant Sadurní d'Anoia, sein eigenes Haus — angetrieben von einer persönlichen Vision, die er nicht länger im Rahmen der Familienunternehmung verwirklichen konnte. Doch die Wurzeln der Familie reichen bis ins späte 19. Jahrhundert: Urgroßvater Manuel Montserrat i Font war an der Herstellung einiger der ersten Schaumweine Spaniens nach der Traditionellen Methode beteiligt, Großvater Pere Ventura Peracaula reiste nach Frankreich, arbeitete für namhafte Champagnerhäuser und modernisierte danach die Cava-Produktion in der Heimat. Vater Jaume Ventura Montserrat setzte die Familientradition fort und gab die Werte weiter, die das Haus bis heute prägen.
Heute führt Pere Ventura Juvé, die fünfte Generation, das Familienunternehmen weiter — als Pere Ventura Family Wine Estates. Das Stammhaus in Sant Sadurní d'Anoia, der Cava-Hauptstadt Kataloniens, ist das Herzstück eines Unternehmens, das inzwischen mehrere Appellationen in Katalonien bespielt. 2011 kam mit dem historischen Weingut Can Bas im Penedès eine Finca hinzu, deren Einzelparzellen heute den Grundstein für die renommiertesten Lagenweine des Hauses bilden.
Terroir, Handwerk und konsequente Nachhaltigkeit im Penedès
Die Weinberge von Pere Ventura liegen in der Subzone Valls d'Anoia-Foix innerhalb der Comtats de Barcelona — einem Tal, das sich vom Montserrat bis ans Mittelmeer erstreckt und Lagen auf bis zu 750 Metern Höhe umfasst. Das milde Klima, moderiert durch Meereseinfluss und Bergkulisse, begünstigt natürliche Säurestruktur und charakterstarke Frucht. Im Weinberg arbeitet das Haus mit einem Netz aus 89 lokalen Winzerfamilien unter Langzeitverträgen; manche dieser Familien bewirtschaften ihre Lagen seit Generationen. Handlese in den frühen Morgenstunden, konsequente Ertragsbegrenzung durch Grünschnitt und Ausdünnen sowie der Verzicht auf schwere Maschinen schützen Boden und Fruchtqualität auf allen kontrollierten Parzellen. Ökologischer Landbau und integrierter Pflanzenschutz sind auf allen Eigenflächen Standard.
Im Keller vinifiziert das Team jede Rebsorte separat, bevor die Assemblage in der Flasche die zweite Gärung nach der Méthode Traditionnelle durchläuft — mit hauseigenen Kultivhefen. Die unterirdischen Kellergänge halten die Temperatur konstant ohne technische Hilfsmittel. Nachhaltigkeit meint bei Pere Ventura mehr als Weinberg-Ökologie: Das Haus hält eine Kohlenstoff-Fußabdruck-Zertifizierung nach dem GHG-Protokoll, bezieht Strom aus erneuerbaren Quellen, setzt auf eine Elektrofahrzeugflotte und hat Dieselkessel durch Biomasse ersetzt.
Gran Reserva als Maßstab — vom klassischen Tresor bis zur Paraje Calificado
Das Sortiment von Pere Ventura ist konsequent auf die höchsten Reifestufen der DO Cava ausgerichtet. Die Tresor-Linie erscheint als Brut und Brut Rosé, jeweils als Jahrgangswein und in der Nicht-Jahrgangsvariante sowie im Magnumformat — ein klares Signal, dass diese Weine Flaschenreife vertragen und nicht für den schnellen Konsum gedacht sind. Die Cuvée Barrique bringt Holzfassreifung ins klassische Cava-Spektrum und gibt den traditionellen Rebsorten Macabeu, Xarel·lo und Parellada oxidative Tiefe und Struktur. An der Spitze steht die Kategorie Cava de Paraje Calificado, der spanische Äquivalent zur Einzellage: Trauben ausschließlich aus definierten, organisch bewirtschafteten Parzellen des Can-Bas-Guts, vergoren mit indigenen Hefen, mehr als 60 Monate auf der Hefe gereift. Wer sich auf Pere Ventura einlässt, begegnet keinen leichten Aperitif-Cavas, sondern strukturstarken Schaumweinen mit dem klaren Anspruch, auf Augenhöhe mit ernsthaften Champagnern diskutiert zu werden.