Seit 1670 in Johannisberg: Eine Winzerfamilie mit Tiefgang
Als im Jahr 1775 in Johannisberg die Spätlese entdeckt wurde, waren die Trenz' längst keine Newcomer mehr — die Familie betreibt dort seit 1670 Weinbau und gehört damit zu den ältesten Winzerdynastien im Rheingau. Seit 1998 leitet Michael Trenz das Gut, das er als ausgebildeter Weinbautechniker mit 21 Jahren übernahm. Unter seiner Regie entwickelte sich das Familienweingut spürbar weiter: 2005 folgte ein erstes Listing in der Lufthansa First Class, 2008 kürte der Gault&Millau das Gut zur Entdeckung des Jahres — Auszeichnungen, die auf beständige Kellerarbeit und nicht auf kurzfristige Inszenierung hinweisen. Das Gut beliefert heute unter anderem das Bundeskanzleramt und das Bundesaußenministerium.
Quarzitfels, Westwind und Handlese: Was in Johannisberg den Ton angibt
Knapp 15 Hektar Rebfläche bewirtschaftet Trenz rund um Johannisberg, der Großteil auf steinreichen Taunusquarzit-Böden mit gerade einmal zehn Zentimetern Humusauflage. Diese Kargheit zwingt die Wurzeln tief in den Fels und gibt den Weinen ihre charakteristische Mineralität. Dazu sorgen konstante Westwinde dafür, dass die Trauben nach Regen rasch abtrocknen und kerngesund in die Lese kommen. Geerntet wird spät und selektiv von Hand; strenge Ertragsbegrenzung erhöht Extrakt und Mostgewicht. Im Keller arbeitet Trenz kontrolliert und klassisch: Riesling und Weißburgunder werden gezügelt vergoren, um die Fruchtaromen zu erhalten, der Spätburgunder reift zu hundert Prozent im Holz aus.
Seit 2002 kommt eine zweite Spielwiese hinzu: zwei Hektar in Stellenbosch, Südafrika, wo Michael Trenz jährlich zur Lese reist. Aus Shiraz, Merlot, Malbec und Petit Verdot entstehen dort im Barrique ausgebaute, würzige Rotwein-Cuvées unter dem Namen Trenz 2two — seit dem Jahrgang 2014 ergänzt um eine weiße Variante aus 100 % Sauvignon Blanc.
Riesling als Kern, 2two als Gegenpol: Das Sortiment von Trenz
Das Herzstück des Portfolios bleibt der Riesling in all seinen Ausprägungen — vom frischen Gutsriesling über den Johannisberger Kabinett bis hin zum Alte-Reben-Riesling, der aus über 50 Jahre alten Rebstöcken gekeltert wird. Diese alten Reben liefern komplexere, tiefer verwurzelte Weine mit längerer Entwicklungslinie. Die Spitzenlagen Johannisberger Hölle — ein nach Südwesten ausgerichteter Steilhang mit bis zu 30 Prozent Neigung, erstmals um 1180 erwähnt — und der Johannisberger Vogelsang stehen für Rieslinge mit klarer Frucht, lebendiger Säure und mineralischem Nachhall. Wer das Sortiment einmal abseits des Rheingaus erkunden möchte, findet mit dem Trenz 2two Sauvignon Blanc einen Wein, der die Handschrift des Hauses in ein anderes Klima übersetzt: konzentriert, würzig, mit Kap-Charakter statt Schiefermineralik.