Von der Rebschule zum Familiengut am Frassino-See
Alles begann nicht mit einem Weinkeller, sondern mit Setzlingen. Mitte der 1950er Jahre gründete Gino Zenato in Peschiera del Garda einen landwirtschaftlichen Betrieb, der zunächst als Rebschule arbeitete — er zog Pflanzmaterial für den Weinbau der Region heran und erforschte dabei die Böden des südlichen Gardasees mit großer Genauigkeit. 1981 übernahm sein Sohn Valerio die Leitung und verschob den Fokus konsequent auf die Weinproduktion. Die ersten Auszeichnungen renommierter italienischer Weinführer ließen nicht lange auf sich warten. Heute leiten Fabios und Paolos — Vallerios Söhne, die dritte Winzergeneration — die Cantina gemeinsam mit ihrem Vater und führen dabei die vitikulturellen Wurzeln des Betriebs weiter: Die Selektion und Aufzucht von Rebmaterial aus über 100 Jahre alten Mutterreben gehört bis heute zur Arbeit des Guts.
Der Name des Weinguts trägt die Landschaft in sich: Le Morette sind die Reiherenten, die den nahegelegenen Laghetto del Frassino als Brutgebiet nutzen — ein Natursee eiszeitlichen Ursprungs, seit 2011 UNESCO-Weltnaturerbe, rund einen Kilometer vom Gardasee entfernt. Zwischen diesem Gewässer und dem Seeufer liegen die Weinberge der Familie.
Naturnahe Arbeit auf eiszeitlich geprägten Böden
Der Boden, auf dem Le Morette arbeitet, ist das Fundament aller Weine. Die Gletscher des Gardasees haben nach der letzten Eiszeit eine tonreiche Lehmschicht mit ausgeprägtem Salzgehalt hinterlassen — dicht mineralisch, schwer, wasserrückhaltend. Genau in dieser Bodenbeschaffenheit gedeihen die Turbiana-Reben, die für den Lugana typisch sind, besonders gut: Die Wurzeln erschließen den Mineralienvorrat tief im Untergrund, was sich direkt in der Struktur der Weine niederschlägt. Die Weinberge liegen rund um San Benedetto di Lugana sowie in der Nähe von Desenzano del Garda.
Der gesamte Weingewinnungsprozess folgt den Rhythmen der Natur — ökologische Vinifizierungsmethoden und familiäre Einbindung in alle Produktionsphasen sind erklärter Grundsatz. Seit 2013 steht eine neue Kellerei zur Verfügung, die modernes Gerät mit dem über Jahrzehnte aufgebauten handwerklichen Wissen verbindet. Die Weißweine reifen auf der Hefe, was ihnen einen charakteristischen Schmelz verleiht, der die natürliche Frische der Turbiana ausbalanciert.
Turbiana im Mittelpunkt — und ein breites Gardasee-Sortiment
Das Herzstück des Sortiments ist die autochthone Rebsorte Trebbiano di Lugana, lokal Turbiana genannt. Aus ihr entstehen der Lugana Mandolara DOCG und der Lugana Benedictus — zwei Weine mit unterschiedlichem Reifegrad und Ausdruck, beide geprägt von der salzigen Mineralität des Bodens, heller Frucht und einer kühlen, stabilen Säurestruktur. Ergänzt wird die Palette durch den Bardolino Chiaretto Classico DOC, einen roséfarbenen Klassiker aus Corvina, Rondinella und Molinara, sowie durch die Serai- und Perseo-Linien, die weitere rote und weiße Rebsorten des Veneto zeigen. Hinzu kommt das Olivenöl Garda DOP, das auf demselben Gelände gewonnen wird — der Gardasee-Boden und das milde Mikroklima kommen auch der Olivenkultur zugute. Was alle Produkte des Guts verbindet, ist ein klarer, präziser Stil: wenig Interventionismus, erkennbare Herkunft, Mineralität als roter Faden.