Von der Mischlandwirtschaft zum Vorzeigeweingut am Isonzo
Die Familie Pecorari bewirtschaftet ihr Land in San Lorenzo Isontino seit Generationen — zunächst als gemischter Landwirtschaftsbetrieb, in dem Wein allenfalls eine Nebenrolle spielte. Das änderte sich grundlegend, als Pierpaolo Pecorari in den 1970er-Jahren das Ruder übernahm und die Rebflächen konsequent neu ausrichtete: klarer Qualitätsfokus statt Selbstversorgung, selektive Handlese statt Massenertrag. In den ersten Jahren seiner Tätigkeit restaurierte er die ältesten Reblagen des Betriebs — Olivers, Soris und Kolaus — und legte damit den Grundstein für das heutige Weingut. Seit Mitte der 1980er-Jahre gilt Pecorari als Beweis dafür, dass die Isonzo-Ebene den renommierten Lagen im Collio und den Colli Orientali in nichts nachsteht. Heute führt Sohn Alessandro das Weingut gemeinsam mit seinem Vater weiter.
Biozertifiziert seit 2007 — präzise im Keller
30 Hektar Rebfläche verteilen sich auf die Isonzo-Hochebene zwischen Gorizia und Cormons, keine fünf Kilometer von der slowenischen Grenze entfernt. Die Böden sind karg, steinig und arm — genau das, was die Reben zwingt, tief zu wurzeln und konzentrierte Frucht zu bilden. Dazu kommt ein Mikroklima, das von kühlen Winden aus den slowenischen Bergen und der Adria geprägt wird: Frische und Mineralität sind das Ergebnis dieser geografischen Zwischenposition. Seit 2007 ist die Azienda Agricola Pierpaolo Pecorari offiziell als Biobetrieb zertifiziert — ein Schritt, der die Philosophie des Hauses konsequent nach außen sichtbar macht. Im Keller arbeitet Pecorari mit Vergärung ohne Maischekontakt und setzt auf Feinhefelager (Bâtonnage), um Textur und Tiefe zu erzeugen, ohne den Rebsortencharakter zu überlagern.
Sortimentstreue mit Tiefe: Friulano, Sauvignon, Pinot Grigio und mehr
Das Sortiment gliedert sich in drei Linien: die zugängliche Varietale-Linie, die lagenbetonte Altis-Linie und die Riserve — darunter der Kolaus Sauvignon Blanc als Aushängeschild der Spitzenklasse. Bepflanzt sind die Lagen mit Friulano, Sauvignon Blanc, Pinot Grigio, Chardonnay, Refosco dal Peduncolo Rosso und Merlot. Was alle Weine verbindet: klarer Rebsortenausdruck, lebendige Säure und eine mineralische Ader, die dem steinigen Isonzo-Boden zu verdanken ist. Die Weißweine — allen voran Sauvignon und Friulano — zeigen eine Präzision, die für die Region typisch ist: keine schwere Holznote, stattdessen kräuterige Frische und salziger Abgang. Der Refosco dal Peduncolo Rosso steht für die autochthone Seite des Hauses: tanninreich, herb-würzig, mit dunkler Frucht und einer erdigen Note, die ihn klar von internationalen Rotweinstilen unterscheidet.