Aus den Ruinen einer Genossenschaft: der Neustart am Vulture
Basilicata zählt zu den am dünnsten besiedelten Regionen Italiens — und zu den weingeschichtlich ältesten. Bereits im 7. Jahrhundert v. Chr. pflanzten griechische Siedler hier Aglianico-Reben an den Hängen des Monte Vulture, eines seit Jahrtausenden erloschenen Vulkans im Norden der Region. Auf diesem Boden entstand 2009 Vigneti del Vulture: Die Fantini Group — 1994 von drei Partnern in Ortona, Abruzzen, gegründet — übernahm die Strukturen einer insolventen lokalen Winzergenossenschaft namens Basilium. Die Genossenschaft hatte trotz herausragendem Traubenmaterial das wirtschaftliche Know-how und den Marktzugang nie gefunden. Die neue Kellerei in Acerenza, im Herzen des Aglianico-del-Vulture-Anbaugebiets, wurde von Grund auf restauriert und neu ausgerichtet.
Biozertifizierte Weinberge auf erkalteter Lava, bis zu 800 Meter hoch
Das Fundament aller Weine von Vigneti del Vulture ist der Boden: Der Monte Vulture hinterließ ein mineralreiches Substrat aus Lavagestein und Tuffschichten, das bis heute die Komplexität und Struktur der Trauben prägt. Das Tuffgestein wirkt dabei wie ein Schwamm — es speichert Winterfeuchtigkeit und gibt sie in den trockenen Sommermonaten kontrolliert an die Reben ab. Die Weinberge liegen auf bis zu 800 Metern Höhe; das kontinentale Klima mit kühlen Nächten sorgt für langsame Reife und ausgeprägte Aromatik, besonders bei den Weißweinsorten. Sämtliche Weinberge tragen eine Bio-Zertifizierung. Verantwortlich für die Vinifikation ist Kellermeister Dennis Verdecchia, unterstützt von Consultant Alberto Antonini, der das Team bereits in den Betrieben der Fantini Group in Abruzzen und Kampanien begleitet.
Aglianico im Mittelpunkt — ergänzt durch Greco, Fiano und Nero di Troia
Das erklärte Ziel von Vigneti del Vulture ist es, die autochthonen Sorten Basilicatas einem internationalen Publikum zugänglich zu machen, ohne den Charakter des Terroirs zu glätten. Der Aglianico del Vulture DOC — in zwei Linien als Pipoli und als Piano del Cerro — steht dabei im Zentrum: dunkles Rubinrot, straffe Tannine, lebendige Säure, Aromen von dunklen Kirschen, Gewürzen und dem typischen mineralischen Unterton der Vulkanerde. Die Weißweinlinie Pipoli Bianco kombiniert Greco und Fiano zu einem aromatisch dichten, frischen Stil, der vom Höhenklima profitiert. Der Pipoli Rosato zeigt die fruchtige, blumige Seite des Aglianico. Mit dem Tufarello Nero di Troia, einer Cuvée aus der angrenzenden Puglia IGP, weitet das Haus sein Sortiment um eine weitere süditalienische Rotweinrebsorte aus — kräftig, würzig, mit eigenständigem Charakter. Alle Weine eint die klare Handschrift: internationale Zugänglichkeit ohne Kompromisse beim Sortenausdruck.