Von Chile über die Anden: Wie Aurelio Montes Mendoza für sich entdeckte
Aurelio Montes, Gründungspartner von Viña Montes in Chile, reiste ab 2000 mehrfach durch Argentinien und erkannte das Potenzial der Mendoziner Weinberge. 2002 gründete er Kaiken Wines im Distrikt Vistalba, Luján de Cuyo — ein Schritt über die Anden, der bewusst an die Caiquén erinnert: die patagonischen Wildgänse, die saisonal zwischen Argentinien und Chile pendeln und dem Weingut seinen Namen gaben. Das Gebäude, in dem Kaiken heute produziert, stammt aus dem Jahr 1920 und wurde ursprünglich von Italo Calise errichtet — damals noch für Wein, Olivenöl und Tartarsäure zugleich.
Aurelio Montes Jr. verstärkte das Projekt 2007 zunächst als Kellereileiter und siedelte 2011 mit seiner Familie dauerhaft nach Mendoza über. Heute verantwortet Chefwinzer Juan Pablo Solís, aus einer Winzerfamilie stammend, die Kellerarbeit — gemeinsam mit Gustavo Hörmann als General Manager, der ebenfalls aus dem Montes-Umfeld in Chile stammt. Die Kontinuität dieser Besetzung spiegelt den Anspruch wider, chilenisches Handwerk und argentinisches Terroir dauerhaft zu verbinden, statt sie gegeneinander auszuspielen.
Drei Lagen, ein Keller nach Feng-Shui-Prinzipien und konsequente Nachhaltigkeit
Kaiken bewirtschaftet eigene Weinberge an drei Standorten mit unterschiedlichen Böden: 20 Hektar in Vistalba, 64 Hektar im benachbarten Agrelo (beide Luján de Cuyo) sowie 35 Hektar in Los Chacayes im Uco Valley. Dort wachsen unter anderem Malbec, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Chardonnay und Sauvignon Blanc. In Vistalba stehen außerdem Cabernet-Sauvignon-Reben, die bereits 1910 gepflanzt wurden — ein Pfund, das Kaiken aktiv schützt und für seine Prestige-Cuvées einsetzt.
Der unterirdische Keller in Vistalba wurde nach Feng-Shui-Prinzipien gestaltet; die Anlage verfügt über Gärtanks zwischen 12.000 und 30.000 Litern für Kleinchargen sowie 100.000-Liter-Tanks zur Reifung und Betonbehälter. Nachhaltigkeit ist kein nachträgliches Marketingversprechen: Kaiken hält eine B-Corporation-Zertifizierung, produziert vegane Weine und setzt auf biodynamische und organische Methoden im Weinberg — Wassereffizienzmaßnahmen eingeschlossen. Die Sommelier Wine Awards zeichneten Kaiken 2024 als New World Producer of the Year aus.
Malbec aus Jahrhundertreben, Blends mit Francis Mallmann und ein breites Sortiment
Das Sortiment reicht von zugänglichen Einstiegsweinen bis zum Flaggschiff Kaiken Mai — ein reinsorteriger Malbec aus drei Mendoziner Lagen, 18 Monate in neuem französischen Eichenholz gereift, danach zwei weitere Jahre in der Flasche vor dem Verkauf. Der Name Mai bedeutet in der Sprache der Pehuenche „das Erste" und steht für Kaikens Anspruch an maximale Ausdrucksstärke. Ergänzt wird das Programm durch Disobedience, einen Blend aus Malbec, Cabernet Sauvignon und Merlot von den Lagen Altamira und Vistalba — entstanden in langer Zusammenarbeit mit dem argentinischen Starkoch Francis Mallmann, der auch das Weingutrestaurant Ramos Generales in Vistalba leitet.
Weitere Linien wie Boulder Red Blend und Frankly bedienen das alltagstaugliche Segment, ohne den Terroir-Fokus aufzugeben. Über die eigenen Weinberge hinaus bezieht Kaiken Trauben aus Salta im Norden bis nach Patagonien im Süden — ein Sortiment, das die geografische Breite Argentiniens bewusst auslotet statt sich auf einen Stil zu beschränken. Wer Malbec aus alten Reben, Hochlagen-Cabernet oder erdige Rotblends sucht, findet bei Kaiken einen verlässlichen Anker für argentinischen Premiumwein.