Vom Landwirtschaftsbetrieb zum Kultweingut der Nordpfalz
Die Wurzeln des Weinguts Metzger reichen weit zurück: Uli Metzger führt den Familienbetrieb in Grünstadt-Asselheim in der dritten Generation — und mit seinen Töchtern, darunter Lea Metzger, steht bereits die vierte Generation tatkräftig im Betrieb. Ursprünglich als Landwirtschaftsbetrieb mit Acker- und Viehwirtschaft geführt, konzentrierte sich die Familie zunehmend auf das, was Asselheim am besten kann: Wein. Uli Metzger absolvierte seine Ausbildung in der Südpfalz und stieg danach direkt im elterlichen Betrieb ein — fast drei Jahrzehnte lang, bevor er 2010 die offizielle Leitung übernahm. Mit diesem Wechsel kam auch ein entscheidender Schritt in der Außendarstellung: Der charakteristische Bulle zog auf die Etiketten ein, und das Weingut entwickelte ein eigenes Klassifizierungssystem, das den Familiennamen mit Humor und Hintersinn in Szene setzt. Aus einem soliden Familienbetrieb wurde eines der bekanntesten Weingüter der Nordpfalz.
Kalkreiche Böden, konsequente Handlese, moderner Keller
Das Herz des Betriebs schlägt im historischen Ortskern von Asselheim, an der Deutschen Weinstraße im nördlichen Teil der Pfalz. Die Weinbergslagen rund um die Ortschaften Asselheim, Bockenheim und Mühlheim stehen auf kalkreichen Böden aus Lehm, Kalk und Löss — ein Terroir, das den Weinen Struktur, Mineralität und Feinheit mitgibt. Uli Metzger bewirtschaftet heute 27 Hektar eigene Weinberge; die Hauptrebsorten sind Riesling, Chardonnay und Spätburgunder. Im Weinberg setzt er auf konsequente Ertragsreduzierung und sorgfältiges Laubwandmanagement, so viel wie möglich wird per Handlese — auch in mehreren Durchgängen — geerntet. Im Keller verbindet das Weingut traditionelles Handwerk mit modernen Techniken: Neben dem Stahltank arbeitet Metzger mit Feingespür am Ausbau verschiedener Weine, stets mit dem Ziel, den Charakter der Lage so direkt wie möglich ins Glas zu bringen.
Drei Stufen, ein Stil — Weine mit klarer Handschrift
Was das Weingut Metzger von vielen anderen abhebt, ist sein konsequentes Klassifizierungsmodell: In Anlehnung an den Familiennamen sind die Weine in drei Kategorien eingeteilt — Flanke (Basisweine), Pastorenstück (mittleres Qualitätsniveau) und Filet (die höchste Stufe). Letztere stammen zum Teil aus besonders alten Rebanlagen. Das Sortiment im Shop spiegelt die mittlere und obere Qualitätslinie wider: Die Prachtstück-Reihe umfasst die Cuvée Rot, die Cuvée Weiß, einen Spätburgunder Blanc de Noir sowie einen Weißburgunder Chardonnay. Dazu hat Lea Metzger mit ihren eigenen Abfüllungen frischen Wind in das Portfolio gebracht. Der Stil des Hauses ist modern und klar: fruchtbetont, mit präziser Säurestruktur, bodengeprägter Mineralität und einem Gespür für Zugänglichkeit ohne Beliebigkeit. Das Weingut wurde 2026 als Weingut des Jahres ausgezeichnet — ein Beleg dafür, dass die Nordpfalz längst kein Schattendasein mehr führt.