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Über Ruffino
Von Pontassieve in die Welt: 150 Jahre Chianti-Geschichte
Im Jahr 1877 gründeten die Cousins Ilario und Leopoldo Ruffino in Pontassieve, einem kleinen Ort östlich von Florenz, ihr Weingut mit einem klaren Ziel: den Chianti als großen Wein in die Welt zu tragen. Die Lage war kein Zufall — Pontassieve bot Zugang zu erstklassigen Weinbergen, eine Bahnverbindung für den Export und eine Glasfabrik vor Ort. Schon 1890 besuchte der Herzog von Aosta die Kellerei, war von der Qualität des Chianti überzeugt und ernannte Ruffino zum offiziellen Hoflieferanten des Königreichs Italien — eine Ehre, die direkt im Namen der Riserva Ducale weiterlebt. 1913 übernahm die Brescianer Familie Folonari das Unternehmen und führte es über Jahrzehnte weiter. Nach der Spaltung des Familienbetriebs im Jahr 1999 behielten Paolo und Marco Folonari den Namen Ruffino. Seit 2011 gehört das Weingut vollständig zur amerikanischen Constellation Brands, wobei Kellermeister Gabriele Tacconi — seit Ende der 1990er-Jahre im Haus — die weinbauliche Kontinuität sichert.
Sechs Güter, ein Anspruch: Weinbau mit Bodenhaftung und Nachhaltigkeitsstrategie
Heute bewirtschaftet Ruffino rund 600 Hektar Weinberge, verteilt auf sechs toskanische Güter: Poggio Casciano im Chianti-Hügelland nahe Florenz, Gretole in Castellina im Chianti Classico auf typischem Galestro-Boden, Santedame und Montemasso im Chianti Classico, Greppone Mazzi in Montalcino sowie La Solatia bei Monteriggioni. Diese geografische Streuung über die wichtigsten toskanischen Appellationen erlaubt ein breites Stilspektrum — vom leichten Alltagschianti bis zum lagerfähigen Brunello. Im Keller arbeitet man mit Edelstahltanks, Betoneiern und Barriques parallel, je nach Wein und angestrebtem Charakter.
Nachhaltigkeit ist bei Ruffino kein Marketingversprechen, sondern mit konkreten Programmen unterlegt. Seit 2008 werden auf dem Weingut Gretole Bienenstöcke betrieben, um Biodiversität und Ökosystemgesundheit aktiv zu fördern. Das Unternehmen hält Zertifizierungen nach ISO 14001, SQNPI Qualità Sostenibile und das Prädikat „Biodiversity Friend" der World Biodiversity Association. Als Ziele sind bis 2030 vollständige Wasserneutralität und bis 2035 Kohlenstoffneutralität definiert. Die schrittweise Umstellung auf biologischen Anbau — die Güter Gretole, Greppone Mazzi und Poggio Casciano sind bereits einbezogen — läuft seit Jahren konsequent weiter.
Sangiovese als Kern, Vielfalt als Stärke: das Sortiment von der Bastflasche bis zur Riserva Ducale Oro
Sangiovese ist die Leitrebsorte, aber Ruffino denkt toskanische Weinvielfalt breit. Der Chianti 1877 DOCG, benannt nach dem Gründungsjahr und Träger des allerersten DOCG-Etiketts, steht für den zugänglichen Einstieg: Veilchen, rote Kirschen, ausbalancierte Säure. Die Riserva Ducale Chianti Classico DOCG liefert mehr Struktur und Tiefe, während die Riserva Ducale Oro — gewachsen auf den Galestro-Böden von Gretole — zu den komplexesten und reifefähigsten Weinen des Hauses zählt: dichte Frucht, feinkörniges Tannin, langer Abgang. Der Modus Toscana IGT verbindet Sangiovese mit Cabernet Sauvignon und Merlot zu einem kraftvollen Supertuscan mit Beeren- und Kirschfrucht, Vanille und mineralischen Tönen. Für Weißwein- und Roséliebhaber stehen der Orvieto Classico DOC und die Aqua di Venus Rosé IGT im Sortiment. Das Portfolio spiegelt wider, was Ruffino seit 1877 antreibt: toskanische Herkunft klar erkennbar zu machen — egal ob Alltagswein oder Lagerkeller-Kandidat.
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