
Antinori

Marchesi Antinori – 26 Generationen Florentiner Weinkultur
Es gibt Weingüter mit langer Geschichte, und dann gibt es Marchesi Antinori. Als Giovanni di Piero Antinori im Jahr 1385 der Florentiner Zunft der Winzer und Weinhändler beitrat, legte er den Grundstein für eines der beständigsten Familienunternehmen der Weinwelt. Mehr als 26 Generationen später wird das Haus noch immer von der Familie selbst geführt – und der Anspruch, aus großartigen Lagen herausragende Weine zu machen, hat sich in all den Jahrhunderten kein bisschen abgenutzt.
Der internationale Aufstieg begann früh: 1753 exportierte die Familie ihre ersten Weine nach England. 1850 erwarb man die Tenuta Tignanello im Herzen des Chianti Classico, und 1863 wurden vier Eigengüter unter der Fattoria dei Marchesi Antinori zusammengefasst. Mit der Arno-Flut von 1966 kam der nächste Entwicklungsschub: Marchese Piero Antinori, der 1968 mit gerade 28 Jahren die Führung von seinem Vater Niccolò übernommen hatte, reagierte auf die Verwüstungen des Kellers mit tiefgreifenden Modernisierungen – temperaturkontrollierte Stahltanks hielten Einzug und gehören bis heute zum Handwerkszeug der Familie.
Tignanello und die Geburt der Supertoskaner
Was 1971 auf der Tenuta Tignanello geschah, veränderte den italienischen Weinbau grundlegend. Gemeinsam mit dem Önologen Giacomo Tachis – der Decanter später als „Man of the Year 2011" auszeichnete und als Vater der Supertoscans gilt – und dem Bordeaux-Spezialisten Émile Peynaud entwickelte Piero Antinori eine Cuvée, die mit nahezu allem brach, was bis dahin für selbstverständlich galt. Der Tignanello war der erste Sangiovese, der in Barriques ausgebaut wurde, der erste moderne toskanische Rotwein mit Cabernet in der Assemblage und einer der ersten Chianti Classico ohne Weißwein-Trauben im Verschnitt.
Seinen Ursprung hatte er 1970 noch als „Chianti Classico Riserva Vigneto Tignanello"; ab 1971 firmierte er als einfacher Toskana-Tafelwein – eine formale Rückstufung, die in der Praxis zur Geburtsstunde einer neuen Weinkategorie wurde. Mit dem Jahrgang 1975 verschwanden die Weißwein-Trauben endgültig aus der Cuvée, seit 1982 gilt die klassische Zusammensetzung: 85 % Sangiovese, 10 % Cabernet Sauvignon und 5 % Cabernet Franc. Erzeugt wird der Wein nur in wirklich günstigen Jahren; in den Jahrgängen 1972, 1973, 1974, 1976, 1984, 1992 und 2002 verzichtete Antinori bewusst auf eine Abfüllung.
Der namensgebende Weinberg umfasst rund 77 Hektar kalkreichen Boden in südwestlicher Exposition auf 350 bis 400 Metern Höhe. Die gesamte Tenuta Tignanello erstreckt sich über 319 Hektar zwischen den Flusstälern des Greve und der Pesa, wovon etwa 165 Hektar mit Reben bepflanzt sind. Schon in den 1970er-Jahren diente das Gut als Forschungslabor: Rebdichte, Schnitttechniken und die Selektion der Sangiovese-Klon-Grundlage wurden konsequent auf konzentrierte Frucht und weiche Tannine ausgerichtet.
Familie, Team und Qualitätsphilosophie
Heute leitet Marchese Piero Antinori das Unternehmen gemeinsam mit seinen drei Töchtern Albiera, Allegra und Alessia; seit Mitte 2017 hat Albiera Antinori den Posten der CEO inne. Auf der Produktionsseite prägte Renzo Cotarella, seit 1993 als Director of Production und Head of Oenology tätig, die stetig steigende Qualitätskurve über alle Betriebe hinweg entscheidend mit.
Das Unternehmen arbeitet aus Qualitätsgründen nahezu ausschließlich mit Trauben aus eigenem Anbau und ist Mitglied der Primum Familiae Vini, dem exklusiven Zusammenschluss der weltweit führenden Familien-Weingüter. Die Philosophie dahinter fasste die Familie selbst so zusammen: innovative und mutige Entscheidungen treffen, ohne Tradition und Terroir aus den Augen zu verlieren.
Toskana, Umbrien und darüber hinaus
Das Herzstück des Antinori-Imperiums liegt im Chianti Classico. Das 2012 eröffnete Weingut „Antinori nel Chianti Classico" in Bargino – spektakulär in einen Hügel integriert – wurde 2022 als bester Weinberg der Welt ausgezeichnet. Doch der Besitz reicht weit über die Toskana hinaus: In Bolgheri steht das Weingut Guado al Tasso, in Umbrien das auf Weißweine spezialisierte Castello della Sala. Insgesamt bewirtschaftet Antinori rund 1.200 Hektar Rebfläche in der Toskana, Umbrien, Piemont, Apulien und Kalifornien.
Das Antinori-Sortiment bei Vinoscout
Bei Vinoscout findest du derzeit 20 Weine von Marchesi Antinori, vom zugänglichen Einstieg bis zum Sammlerstück:
- Tignanello Toscana IGT – der ikonische Supertoskaner, der eine ganze Kategorie erfand (149,00 EUR)
- Marchese Antinori Chianti Classico Riserva Tenute Tignanello – seit Jahrgang 2011 mit Trauben von der Tenuta Tignanello, fast sortenreiner Sangiovese mit 12 Monaten Barrique-Reife (44,90 EUR)
- Villa Antinori Chianti Classico Riserva DOCG – die Riserva, deren erste Abfüllung auf das Jahr 1928 zurückgeht (24,80 EUR)
- Pèppoli Chianti Classico DOCG – ein klassisch toskanischer Sangiovese mit frischer Struktur (20,16 EUR)
- Villa Antinori Rosso Toscana – der zuverlässige Allrounder aus dem Hause Antinori (16,95 EUR)
- Santa Cristina Rosso – der Volksklassiker, den Niccolò Antinori bereits 1946 ins Leben rief, heute ein verlässlicher Alltagsbegleiter (8,20 EUR)
Das Preisspektrum von 6,99 bis 149,00 EUR macht Antinori bei Vinoscout zu einem der vielseitigsten Produzenten überhaupt – ob du einen unkomplizierten Tischbegleiter suchst oder eine Flasche für den Keller, die in zehn Jahren ihren großen Auftritt hat.























