Vier Partner, eine Überzeugung: Wie Montes Chiles Weinlandschaft neu definierte
Als Aurelio Montes, Douglas Murray, Alfredo Vidaurre und Pedro Grand 1987 gemeinsam die Viña Montes gründeten, war ihr Anspruch ebenso klar wie ehrgeizig: Weine zu produzieren, die auf einem Niveau lagen, das in Chile bis dahin schlicht nicht existierte. Gegründet 1987, exportierte das Weingut von Beginn an und wurde damit zur ersten chilenischen Kellerei, die einen wirklich premiumfähigen Cabernet Sauvignon auf dem Weltmarkt platzierte. Aurelio Montes, ausgebildeter Önologe und treibende Kraft hinter dem Projekt, hatte das Colchagua-Tal schon in jungen Jahren erkundet und war von der damals noch kargen Landschaft von Apalta fasziniert – einem Flecken Erde, dessen Name im Spanischen schlicht „arme Böden" bedeutet. Genau dort, auf alluvialen Sandlehmböden und Granitflanken steiler Berghänge, legte er den Grundstein für das, was Montes heute ausmacht. Inzwischen leitet Aurelio Montes Jr., der Önologie an der Katholischen Universität Chile studiert hat, das Kellerteam – der Generationenwechsel vollzog sich ohne Bruch in der Philosophie.
Steillagen, Gregorianischer Choral und konsequente Nachhaltigkeit
Montes war die erste Kellerei in Chile, die Syrah anpflanzte, und gehörte zu den ersten, die konsequent auf Hanglagen in Apalta setzten – zu einer Zeit, als die gesamte Branche ausschließlich auf ebenem Tal-Boden arbeitete. Die 2004 fertiggestellte Kellerei in Apalta ist nach Feng-Shui-Prinzipien konzipiert; im Barrique-Keller soll gregorianischer Gesang die Reife der Weine begleiten. Das ist kein Marketing-Gag, sondern Teil eines umfassenden Ansatzes, bei dem Details zählen. In den Weinbergen verfolgt Montes ein Trockenanbau-Prinzip: Bewässerung erfolgt nur, wenn der natürliche Regen das Minimum unterschreitet, was den Wasserverbrauch um bis zu 65 % senkt – die Einsparung entspricht dem Jahresverbrauch von rund 20.000 Haushalten. Ergänzt wird das durch regenerative Landwirtschaft, die Bodengesundheit, Biodiversität und Wassereffizienz verbessert, sowie eine Herde von über 350 Weidetieren, die das Vegetationsmanagement naturnah unterstützen. 2024 erhielt Montes die B-Corp-Zertifizierung – eine Auszeichnung, die ethische Unternehmensführung und messbaren ökologischen Mehrwert voraussetzt. Zusätzlich hält das Weingut die Nachhaltigkeitszertifizierung Wines of Chile und wurde als einer der zehn nachhaltigsten Agrarbetriebe Lateinamerikas anerkannt.
Vom Alpha-Label zu den Weinbergen der Anden: Was Montes-Weine auszeichnet
Das Portfolio reicht von der zugänglichen Alpha-Serie – Cabernet Sauvignon und Chardonnay aus trockengefertigten Colchagua-Lagen – bis zu den sogenannten Icon Wines wie dem Alpha M, einem Bordeaux-Verschnitt aus Apalta, der seit seiner ersten Abfüllung 1996 zu Chiles meistbeachteten Rotweinen zählt, und dem Folly, einem 100-prozentigen Syrah von Hanglagen mit bis zu 45 Grad Neigung. Die Weine spiegeln das mediterrane Klima des Colchagua-Tals wider: lange Vegetationsperiode durch kühle Pazifikwinde, konzentrierte Frucht durch gezielte Ertragsbeschränkung, ausgeprägte Struktur durch Steillagen-Anbau auf Granit und Schiefer. Ausbau in französischer Eiche, bei den Premiumlinien mit hohem Neuholzanteil und langer Liegezeit, gibt den Weinen Tiefe ohne die Herkunft zu überlagern. Montes exportiert heute in über 100 Länder – was als chilenisches Projekt ohne ausländisches Kapital oder externe Beratung begann, ist zu einem der bekanntesten Weinnamen Südamerikas geworden.