Von der Trentiner Genossenschaft zum sizilianischen Weingut
Mezzacorona gehört zu den großen Weinunternehmen Italiens und hat seine Wurzeln tief im Norden des Landes. Gegründet 1904 in Mezzocorona am Fluss Noce, nördlich von Trient, schlossen sich damals 13 Winzer zusammen, um eine der ersten Winzergenossenschaften des Trentino zu bilden. Über die Jahrzehnte ist diese Kooperation auf mehr als 1.500 Winzerfamilien angewachsen, die gemeinsam Weinberge in der Piana Rotaliana und den umliegenden Tälern bewirtschaften. Das Herz des Unternehmens ist die sogenannte Cittadella del Vino in Mezzocorona — ein Produktions- und Begegnungszentrum, das die kollektive Idee hinter der Genossenschaft sichtbar macht.
Die Expansion nach Sizilien begann 2001, als Mezzacorona das Weingut Feudo Arancio im Südwesten der Insel erwarb. Die Weinberge in Sambuca di Sicilia, Provinz Agrigento, und in Acate, Provinz Ragusa, waren zu diesem Zeitpunkt stark vernachlässigt — Bodenanalysen überzeugten die Gruppe jedoch davon, dass genau hier das Terroir lag, das man suchte. Die bestehenden Gebäude wurden vollständig abgerissen, alle Rebflächen neu bepflanzt und eine moderne Kellerei von Grund auf neu errichtet.
Zwei Klimawelten, ein gemeinsamer Anspruch
Was Mezzacorona im Trentino mit alpiner Kühle und genossenschaftlicher Kontinuität aufgebaut hat, übertrug das Unternehmen in Sizilien auf ganz andere Bedingungen. Die Lagen von Feudo Arancio an der Südküste profitieren von konstanten Meereswinden, die für gute Belüftung der Rebzeilen sorgen und Fäulnisdruck minimieren — eine Voraussetzung für gesundes, aromatisches Lesegut. Die Kellerei wurde im Stil eines traditionellen sizilianischen Baglio gebaut, also als geschlossenes Gutshof-Ensemble, während im Innern modernste Kellertechnik arbeitet: klimatisierte Produktionsräume, präzise Temperaturkontrolle bei der Vergärung.
Nachhaltigkeit ist für Feudo Arancio kein Schlagwort. Auf den Weinbergen läuft ein Tröpfchenbewässerungssystem, das den Wasserverbrauch in der trockenen sizilianischen Sommer kontrolliert. Eigene Auffangbecken sammeln Regenwasser, Photovoltaikanlagen decken Teile des Energiebedarfs der Kellerei. Das Nachhaltigkeitsengagement ist auf europäischer Ebene zertifiziert.
Sizilianische Rebsorten, klar formuliert
Unter dem Label Stemmari — abgeleitet von stemma, dem Wappenschild, der einst sizilianischen Adelsfamilien gehörte — bündelt Mezzacorona sein sizilianisches Sortiment. Im Mittelpunkt stehen autochthone Rebsorten: Nero d'Avola bringt in der Südfrucht-betonten Machart der Insel dunkle Beerenaromen, würzige Tiefe und strukturierte Tannine. Grillo, die weiße Rebsorte, liefert bei guter Lage frische Säure, Zitrusaromen und eine salzige Note, die den maritimen Einfluss der Lagen widerspiegelt. Das Sortiment umfasst darüber hinaus internationale Rebsorten wie Chardonnay, Pinot Grigio und Syrah, die auf den 700 Hektar Rebfläche zwischen Agrigento und Ragusa angebaut werden. Der Stilansatz ist klar auf Zugänglichkeit und Fruchtbetonung ausgerichtet — Weine, die die Stärken der sizilianischen Sonne unmittelbar ins Glas transportieren, ohne Schwere zu erzeugen.