Von Guy Saget zu Saget La Perrière: neun Generationen an der Loire
Die Geschichte beginnt in Pouilly-sur-Loire, wo die Familie Saget seit neun Generationen verwurzelt ist. Den Markennamen Guy Saget trägt das Haus bis heute als Hommage: Als Jean-Louis Saget 1972 seinen Vater Guy verlor, brach er sein Studium ab, übernahm den elterlichen Betrieb mit wenigen Hektar Reben und lernte die Vinifikation auf dem Acker. Er vermarktete seine Weine unter dem Namen des Vaters — aus Respekt, aber auch als Versprechen. Aus diesem Neustart wurde eine der angesehensten Weinadressen des Loiretals. Seit den 1980er-Jahren weitete Jean-Louis Saget das Geschäft systematisch aus: Er erwarb Domäne für Domäne entlang des Flusses, darunter 1996 das Domaine de la Perrière in Sancerre, das dem heutigen Firmennamen seinen zweiten Teil gab. Heute führen seine Söhne Arnaud und Laurent Saget das Haus — Arnaud verantwortet Betrieb und Vertrieb, Laurent den Weinberg und den Keller.
Terroir-Vielfalt als Programm: von Pouilly bis Anjou
Saget La Perrière bewirtschaftet heute mehrere Güter, die sich von Ost nach West über das gesamte Loiretal erstrecken: das Domaine Saget im Herzen von Pouilly-sur-Loire mit seinen kimmeridgischen Ton-Kalkstein-Böden, das Domaine de Terres Blanches in Sancerre, das Domaine des Grandes Espérances in der Touraine sowie das Château de la Mulonnière in Beaulieu-sur-Layon in der Anjou. Jedes Gut arbeitet nach der Eigenlogik seines Terroirs. Die Handlese ist auf nahezu allen Parzellen Standard, um Lesegut selektiv erfassen zu können. Das Domaine des Grandes Espérances in der Touraine ist nach den Richtlinien von Terra Vitis zertifiziert — einem Nachhaltigkeitsprogramm, das integrierten Weinbau, Ressourcenschonung und Biodiversität verbindlich festschreibt. Der Anspruch der Familie: jede Appellation so zeigen, wie sie ist, ohne stilistische Vereinheitlichung zwischen den Gütern.
1990 installierte Jean-Louis Saget als einer der ersten Loireproduzenten überhaupt einen Unterwasserkeller — ein damals radikal unkonventioneller Schritt, der die Innovationsbereitschaft des Hauses früh sichtbar machte.
Sauvignon Blanc als Leitfaden, Pinot Noir als Gegenpol
Die Weinlinie Guy Saget steht für die klassischen Loire-Appellationen in ihrer zugänglichsten, typischsten Form. Im Mittelpunkt steht der Sauvignon Blanc: als Pouilly Fumé von den kimmeridgischen Böden rund um Pouilly-sur-Loire — mineralisch, straff, mit der typischen Kieselstein-Note des Silex-Untergrunds — und als Sancerre Blanc, der die elegantere, florale Seite derselben Rebsorte zeigt. Dazu kommt der Touraine Sauvignon, der pflanzlich-frische Einstieg in die Loire-Weißweinwelt. Der Rosé de Loire rundet das Sortiment ab und zeigt, dass das Haus auch jenseits des Weißweins Gespür für klare, fruchtbetonte Struktur hat. Die Signaturlinie Guy Saget ist dabei bewusst als Einladung konzipiert: weniger als Prestige-Statement, mehr als ehrlicher Zugang zu dem, was die Loire seit Jahrhunderten kann — Lebendigkeit, Mineralität und eine Säurestruktur, die am Tisch funktioniert, nicht nur im Glas.