Von Saint-Hilaire-Saint-Florent in die Welt: die Gründungsgeschichte von Langlois
Alles beginnt 1885 in Saint-Hilaire-Saint-Florent, einem kleinen Ort unmittelbar vor den Toren von Saumur, der damals bereits als Zentrum der Méthode traditionnelle außerhalb der Champagne galt. Édouard Langlois, junger Weinmacher und Händler, und seine Frau Jeanne Chateau übernahmen dort die ehemalige Maison Delandes — aus ihren Nachnamen entstand der Name Langlois-Chateau. Ihr Ziel: einen feinen Schaumwein zu schaffen, der dem Boden der Loire gerecht wird. Mit Unterstützung des Baron de Bodman, der ihnen die Keller und das Gelände des Château de Saint-Florent öffnete, gelang ihnen das rasch. Als Édouard im Ersten Weltkrieg fiel, führte Jeanne die Maison mit Entschlossenheit weiter, gestützt von ihrem Sohn Alexis und ihren Neffen. 1973 trat die Champagner-Familie Bollinger als Eigentümerin ein — angezogen von der einzigartigen Lage, dem Erbe und der handwerklichen Präzision des Hauses. Unter der langjährigen Leitung von Michel Villedey und ab 2008 von François-Régis de Fougeroux wuchs Langlois zu einem der bekanntesten Namen im Loire-Schaumwein. Seit Ende 2023 tritt das Haus unter dem schlankeren Namen Langlois auf — die Initialen „LC" im Wappen erinnern weiterhin an Jeanne Chateau.
Tuffeau-Keller, sechs Terroirs und strenge Selbstdisziplin
Langlois bewirtschaftet rund 95 Hektar Eigenrebfläche, verteilt über die besten Appellationen des Val de Loire: Saumur, Saumur-Champigny und Sancerre. Für die Crémants bezieht das Haus Trauben ausschließlich aus sechs definierten Terroirs — Côtes de Saumur, Coteaux de Saint-Léger, Puy-Notre-Dame, Bas Layon, Haut-Layon und Montreuil-Bellay — auf Böden aus Schiefer, Kalk und Tuffstein. Diese Parzellen behandelt Langlois intern wie eigenständige Crus. Die Handlese ist Pflicht, die Trauben werden sortenrein und terroirgetrennt vinifiziert. Im Keller arbeitet man in tief in den Tuffstein gehauenen Gewölben, die konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit liefern — ideale Bedingungen für die lange Reife auf der Hefe. Die Maison setzt dabei auf Hefelager-Zeiten, die teils deutlich über den Anforderungen der Appellation Crémant de Loire und sogar über den Champagne-AOC-Standards liegen. Im Weinberg folgt man einem integrierten Pflanzenschutzansatz.
Feine Perlage, klare Struktur: was Langlois-Crémants auszeichnet
Das Herzstück des Sortiments sind die Crémants de Loire, gekeltert aus Chenin Blanc, Chardonnay und Cabernet Franc. Chenin Blanc gibt die Struktur und die charakteristische Frische, Chardonnay schmiegt sich mit Textur an, Cabernet Franc bringt florale Tiefe. Die langen Hefelager — beim Standard-Brut mindestens 24 Monate — prägen den Stil: feine, cremige Perlage, Noten von Brioche und weißem Steinobst, ein trockener, sauber ziehender Abgang. Der Blanc de Blancs setzt ganz auf Chenin Blanc und Chardonnay und betont die mineralische Seite des Tuffstein-Terroirs. Mit dem Clos Saint-Florent Saumur Blanc zeigt Langlois, dass Chenin Blanc aus dieser Lage — direkt unterhalb der Gutsgebäude mit Blick auf die Loire — auch als Stillwein Gewicht und Länge entwickeln kann. Das Sortiment reicht vom zugänglichen Einstiegs-Brut bis zur handwerklich aufwendigen Cadence Extra Brut-Cuvée, die auf Dosage nahezu verzichtet und die Reinheit des Terroirs in den Vordergrund stellt.