Von fünf Generationen Weinleidenschaft zur Referenz der Côte de Nuits
Die Devillards sind seit fünf Generationen im Weinbau verwurzelt — zunächst als Négociants, dann als Domainenbetreiber. 1996 erwarben Bertrand und Christiane Devillard gemeinsam mit ihren Kindern Amaury und Aurore das Domaine des Perdrix von der Familie Bouhey. Das Weingut in Premeaux-Prissey, einem kleinen Weinbauort im südlichen Teil der Appellation Nuits-Saint-Georges, war damals kaum bekannt: Der größte Teil der Ernte wurde an Négociant-Häuser verkauft, statt unter eigenem Etikett abgefüllt zu werden. Genau das machte die Übernahme so reizvoll. Die Familie investierte unmittelbar in den Ausbau des Kellers, um die außergewöhnlichen Lagen konsequent als eigenständige Weine zu vinifizieren. Heute zählt das Domaine des Perdrix zu den gesuchten Adressen der Côte de Nuits. Die Devillards betreiben daneben das Château de Chamirey in Mercurey, das Domaine de la Ferté in Givry, das Domaine de la Garenne im Mâconnais sowie das Domaine Rolet im Jura.
Lutte Raisonnée im Weinberg, natürliche Hefen im Keller
Das Domaine umfasst rund 15 Hektar, verteilt auf 18 Parzellen in neun Appellationen — ausschließlich in der Côte de Nuits, mit sechs Hektar in Premier- und Grand-Cru-Lagen. Die Böden bestehen überwiegend aus Kalk und Ton, klassisches Substrat für Pinot Noir in diesem Teil Burgunds. Die ältesten Reben stammen aus dem Jahr 1922. Im Weinberg arbeitet das Team nach den Prinzipien der Lutte Raisonnée: Eingriffe werden auf das Notwendige reduziert, Erträge bewusst niedrig gehalten, jede Parzelle einzeln betreut. Die Lese erfolgt ausschließlich per Hand, die Trauben werden sorgfältig sortiert und vollständig entrappt. Im Keller folgt eine vier- bis sechstägige Kaltmazeration, bevor die alkoholische Gärung mit natürlichen Hefen einsetzt. Die Maischestehzeit beträgt 15 Tage; als einzige Extraktionstechnik wird Pigeage — das Untertauchen der Traubenhaut — angewendet, kein Umpumpen. Je nach Appellation reifen die Weine 13 bis 18 Monate in französischen Eichenfässern, der Neuholzanteil steigt mit dem Niveau der Lage.
Monopole, Premiers Crus und ein Grand Cru aus dem Herz des Échezeaux
Das Herzstück des Sortiments ist der Nuits-Saint-Georges Premier Cru „Aux Perdrix" — ein Quasi-Monopole, den das Domaine zu 99 % kontrolliert, eine Rarität im parzellenreichen Burgund. Der rund 1,5 Hektar große Climat liegt in Premeaux mit Ost-Südost-Ausrichtung, auf Kalk-Ton-Böden, mit im Schnitt rund 40-jährigen Reben. Innerhalb dieses Monopoles vinifiziert das Domaine in Kleinstmengen eine Sondercuvée: die „Les 8 Ouvrées", ausschließlich von den ältesten Stöcken der Lage. Hinzu kommen Dorfweine aus Nuits-Saint-Georges und Vosne-Romanée sowie ein zugänglicher Bourgogne Pinot Noir, dessen Reben auf der Gemarkung Premeaux-Prissey stehen und nach denselben Maßstäben behandelt werden wie die Spitzenweine. Den oberen Abschluss bildet das Échezeaux Grand Cru, gewonnen aus 0,85 Hektar in der Lage Échezeaux-du-Dessus — mit 30 % Ganztrauben vergoren und 17 Monate in 60 % neuem französischem Eichenholz ausgebaut. Der Stil des Domaine verbindet Präzision mit Tiefe: klare rote Frucht, feste aber feingliedrige Tannine, langer Abgang — Pinot Noir, der die Côte de Nuits ohne Übertreibung zum Ausdruck bringt.