Von Andreas Jordan zum Jahrhundertweingut der Mittelhaardt
Die Wurzeln von Bassermann-Jordan reichen bis ins Jahr 1718 zurück, als die Familie Jordan in der Pfalz mit dem Weinbau begann. Den entscheidenden Schritt vollzog Andreas Jordan (1775–1848): Nach dem frühen Tod seiner Eltern übernahm er das Gut und setzte früh auf Riesling als Leitrebsorte. Mit Wissen aus seinem Studium und Beobachtungen im Rheingau verfeinerte er Lesezeitpunkt, sortenreine Kelterung und Lagenhierarchie — Methoden, die den modernen deutschen Qualitätsweinbau mitbegründeten. 1816 erwarb er den Ketschauer Hof in Deidesheim, einen ehemaligen Adelssitz, der seitdem das Zentrum des Guts bildet. Aus dem Keller stammt übrigens noch der sagenhafte Kometenwein des Jahrgangs 1811 — seit 1880 bewahrt das Weingut von jedem Jahrgang Flaschen auf.
Im Jahr 2002 übernahm die Unternehmergruppe Niederberger den Betrieb; heute führt Jana Niederberger das Gut. Als Gründungsmitglied des VDP arbeitet Bassermann-Jordan nach dessen strikten Qualitätsstandards — mit Konsequenzen, die sich bis in den Weinberg und den Keller ziehen.
Biodynamie, Sandsteingewölbe und Spontangärung
Auf rund 49 Hektar Rebfläche, verteilt auf 20 Einzellagen in Forst, Deidesheim und Ruppertsberg, wachsen die Reben auf einem der geologisch vielfältigsten Unterböden der Pfalz: Buntsandstein mit Porphyr, Löss und Basaltverwitterungsböden — jede Lage mit eigenem Fingerabdruck im Glas. Mehr als 30 Prozent der Flächen sind als VDP Große Lagen klassifiziert, darunter das Forster Kirchenstück, der Forster Pechstein, das Forster Ungeheuer, der Deidesheimer Kalkofen und der Ruppertsberger Reiterpfad.
Im Weinberg gilt biodynamischer Anbau als Grundlage: behutsame Handlese, biologischer Pflanzenschutz, Einsatz natürlicher Präparate. Im Keller arbeitet das Team mit natürlichen Weinberghefen, die eine Spontangärung auslösen. Die Qualitätsweine reifen so lange wie möglich auf der Feinhefe, was ihnen Cremigkeit und Tiefe gibt. Für den traditionellen Ausbau steht das historische Sandsteingewölbe unter dem Ketschauer Hof, in dem Weine im Holzfass reifen; parallel dazu ermöglicht eine moderne Kellerbetriebsstätte fruchtbetonte Ausbauvarianten ohne künstliche Zusatzstoffe. Der Sekt entsteht in klassischer Flaschengärung.
Riesling als Kern, Burgunder als Ergänzung
Rund 85 Prozent der Rebfläche trägt Riesling — das spiegelt die Überzeugung wider, dass die Mittelhaardt zu den besten Riesling-Terroirs der Welt zählt. Je nach Lage reicht die Stilistik von mineralisch-straff und lagenfähig bis feinfruchtig und zugänglich. Die Mehrzahl der Weine wird trocken ausgebaut und zeigt ausgeprägte Altersfähigkeit. Ergänzt wird das Sortiment durch Weißburgunder, Grauburgunder, Chardonnay, Gelben Muskateller, Spätburgunder und einen Blanc de Noir — eine Bandbreite, die vom unkomplizierten Ortswein bis zum Großen Gewächs reicht. Der Riesling Brut Sekt aus der Flaschengärung schließt das Bild eines Hauses ab, das Tiefe und Handwerk konsequent über alle Kategorien trägt.