Von August Diehl zum Drei-Generationen-Betrieb an der südlichen Weinstraße
Das Wein- und Sektgut-Destillerie A. Diehl hat seine Wurzeln im 19. Jahrhundert, als August Diehl in Edesheim erstmals Reben pflanzte und damit den Grundstein für einen Betrieb legte, der heute in dritter Generation von Andreas und Alexandra-Isabell Diehl geführt wird. Was einst ein überschaubarer Familienbetrieb war, ist über die Jahrzehnte zu einem der bekanntesten Weingüter der Südpfalz herangewachsen — ohne dabei den Charakter eines Familienbetriebs abzulegen. Edesheim selbst liegt zwischen Haardtrand und Rheinebene, eingebettet in eine Landschaft, in der Genuss und Gastfreundschaft seit Jahrhunderten zum Alltag gehören. Das Presshaus, das Herzstück des Guts, steht auf einem Anwesen von 1821 — umgebaut nach modernen Gesichtspunkten, aber mit dem ursprünglichen Charakter der alten Mauern.
Herkunft zuerst: Weinberg, Böden und ein Credo aus 20 Rebsorten
Die Philosophie des Hauses ist klar formuliert: Die Grundlage eines guten Weines liegt im Weinberg. Andreas und Alexandra-Isabell Diehl wollen die Herkunft ihrer Trauben so direkt wie möglich ins Glas bringen — sortenreine Stellvertreter des Terroirs, die die Böden und das Mikroklima ihrer Lage sichtbar machen. Die Weinberge erstrecken sich rund um Edesheim, von St. Martin bis Landau, und bieten eine ungewöhnlich breite Vielfalt: Sandstein- und Schieferböden im Burrweiler Altenforst, Lehm- und Lössanteile im Edesheimer Rosengarten, dazu prägende Einzellagen wie der Edesheimer Mandelhang und der Weyher Michelsberg. Insgesamt bewirtschaftet das Weingut rund 80 Hektar Rebfläche mit bis zu 20 verschiedenen Rebsorten — klassische Pfälzer Sorten ebenso wie internationale Varietäten, die das Gut mit Pioniergeist eingeführt hat, etwa den Sauvignon Blanc.
Im Keller arbeiten die Diehls mit moderner Technik, ohne den Kontakt zur Frucht zu verlieren. Jede Rebsorte und jede Lage wird individuell betrachtet und vinifiziert, um den jeweiligen Charakter optimal herauszuarbeiten. Das Weingut ist Mitglied in Fachverbänden wie Pro Riesling, der Sommelierunion, Slow Food und dem Pfälzer Edelbrand e. V. — ein Hinweis auf die Breite des Betriebs über den reinen Weinbau hinaus.
Fruchtintensiv, geradlinig, typisch Pfalz — und mehr als nur Wein
Was die Weine von A. Diehl auszeichnet, ist ihr direktes, fruchtbetontes Profil. Die günstige Lage zwischen Haardtrand und Rheinebene — eines der wärmsten Weinbauklimata Deutschlands, in dem selbst Feigen und Kiwis gedeihen — gibt den Trauben ausreichend Reife für lebendige, zugängliche Weine mit klarer Rebsortentypizität. Das Aushängeschild ist die „Eins zu Eins"-Linie: sortenreine Weine, darunter Blanc de Noirs, Chardonnay und Gewürztraminer, die konsequent die einzelne Rebsorte in den Mittelpunkt stellen. Ergänzt wird das Portfolio durch Sekte — darunter eine nach traditioneller Flaschengärung produzierte Cuvée — sowie handwerkliche Destillate: Aprikosenbrand und Williams-Christ-Birnenbrand aus eigenem Obst runden das Sortiment ab und zeigen, dass der Begriff „Genuss" hier tatsächlich ernst genommen wird. Wer die Zukunft des Guts im Blick hat: Die beiden Töchter Anna und Amélie sollen den Betrieb einmal weiterführen — die vierte Generation wartet bereits in den Startlöchern.