Fünf Generationen zwischen Barsac und Fargues
1851 übernahm die Familie du Hayot Château Romer in Fargues vom Comte de la Myre-Mory. Vier Jahre später nahm die Klassifikation von 1855 das Gut als Château Romer du Hayot unter die Deuxièmes Crus Classés auf. Seitdem blieb es in Familienbesitz. Das Weingut spricht von fünf Generationen. Heute führen Catherine und Fabienne du Hayot als Erbinnen die Tradition weiter.
Einen tiefen Einschnitt brachte der Bau der Autoroute des Deux Mers. Sie zerstörte das ursprüngliche Château samt Kellergebäuden, die Rebflächen blieben erhalten. Der Sitz der Société des Vignobles du Hayot liegt deshalb heute im Château Andoyse in Barsac.
Nebel, Edelfäule und ein Keller in Barsac
Der Weinbau der Familie dreht sich um die Edelfäule, den Botrytis cinerea. Sie ist in Sauternes nie garantiert. Es gibt Jahre, in denen sie ausbleibt, und Jahre, in denen statt ihrer die gefürchtete Grauschimmelfäule kommt. Barsac liegt nahe dem Zusammenfluss von Garonne und Ciron. Der Herbstnebel, der dort durch die Temperaturunterschiede entsteht, begünstigt die Edelfäule.
Der Spitzenwein des Hauses, Château Romer du Hayot, wächst auf Ton-Kalk-Böden mit Kies in Fargues und Preignac. Die Rebsorten sind Sémillon (rund 70 %), Sauvignon Blanc (rund 25 %) und Muscadelle (rund 5 %). Er reift zwölf Monate in Barriques. Die Weine der Familie werden gemeinsam im Château Andoyse in Barsac vinifiziert.
Vom Cru Classé bis zur Barsac-Cuvée: das Sortiment
Unter dem Dach der Vignobles du Hayot entstehen mehrere Sauternes. Dazu gehören Château Romer du Hayot, Château Andoyse du Hayot, Château Guiteronde du Hayot, Château Camperose du Hayot, Château Pebayle du Hayot, Château Mathalin du Hayot und der Zweitwein Le 2 de Romer du Hayot. Die Spanne reicht vom klassierten Gewächs bis zu zugänglicheren Cuvées aus Barsac.
Der Château Pebayle du Hayot kommt aus Sémillon und Sauvignon Blanc. Im Glas zeigt er Zitrusfrüchte, feine Safranwürze und Honig. Am Gaumen stehen frische Säure und eine deutliche Süße, im Abgang kandierte Früchte. Er passt zu Blauschimmelkäse, Foie gras und Fruchtdesserts. Serviere ihn gut gekühlt, bei etwa 8 bis 9 °C.