Von der Weinhändlerdynastie zum Privatweingut mit DLG-Auszeichnung
Die Geschichte des Weinguts beginnt 1936, als Josef Bimmerle in Renchen-Erlach mit dem Weinhandel startete. Sein Sohn Gerold legte den nächsten Schritt: Er stieg in den eigenen Weinbau ein und legte damit das Fundament für den heutigen Betrieb. 1970 übernahm er den elterlichen Betrieb, bevor 1986 Enkel Siegbert — ausgebildeter Weinküfer — das Weingut in dritter Generation übernahm. Sein erstes und bleibendes Ziel war die konsequente Qualitätssteigerung. Schritt für Schritt hat er das umgesetzt: 1999 wurde der Keller in Erlach umgebaut und auf Kleinstgebinde umgestellt, 2010 folgte ein neues Betriebsgebäude in Renchen mit erweitertem Barrique-Keller, modernen Gärtanks, neuen Pressen und einer komplett erneuerten Traubenannahme. Heute zählt das Weingut zu den Top 100 DLG-Betrieben in Deutschland und zu den größten Privatweingütern in Baden.
Kellerpräzision trifft Lagenpluralität — Philosophie und Handwerk
Die Maxime, die Siegbert Bimmerle seit 1986 antreibt, lässt sich knapp zusammenfassen: kein Kompromiss in puncto Qualität. Die Umsetzung dieser Philosophie beginnt im Weinberg: Rund 40 erfahrene Vertragswinzer arbeiten nach den Vorgaben des Hauses — mit umweltfreundlichen Anbaumethoden, Förderung der Biodiversität und weitgehendem Verzicht auf chemische Dünger und Pestizide. Die Trauben werden von Hand in kleinen Gebinden gelesen und schonend verarbeitet. Im Keller erlaubt die Investition in eine differenzierte Gärtank- und Fassinfrastruktur, jede Rebsorte und jede Qualitätsstufe individuell dem Lesegut entsprechend auszubauen — ob im Barrique, in Edelstahltanks oder in klassischen Holzfässern. Das Anbaugebiet erstreckt sich über mehr als 90 Kilometer Luftlinie, von der nördlichen Ortenau bei Baden-Baden über das Renchtal und Durbachtal bis in die südliche Ortenau bei Ettenheim und Ringsheim. Diese vier Teillagen liefern ganz unterschiedliche Böden: Löss, Granitverwitterung und Kalk — jede Rebsorte findet so den für sie optimalen Untergrund.
Die Ortenau gehört als einziges deutsches Weinanbaugebiet zur europäischen Weinbauzone B — zusammen mit Champagne, Elsass, Loire und Jura. Das milde, sonnenreiche Klima mit rund 128 Sonnentagen pro Jahr ermöglicht, dass die Trauben hohe Öchsle-Werte erreichen, ohne Frische und Struktur einzubüßen.
Burgunder-Herzland und badische Sortenvielfalt
Das Sortiment spiegelt die Stärke der Ortenau: Im Mittelpunkt stehen die Burgundersorten — Spätburgunder (Pinot Noir), Grauburgunder, Weißburgunder und Chardonnay. Dazu kommen Riesling, der in der nördlichen Ortenau eine schlanke, mineralische Prägung mit Weinbergpfirsich-Aromen entwickelt, sowie der Auxerrois, der mit mildem Schmelz und gelber Frucht eine badische Nischenspezialität bleibt. Die Weinlinie rund um Benedikt Bimmerle zeigt den generationellen Anschluss: Cuvées wie der Lebensfreude Riesling Pinot Blanc oder der Sehnsucht Pinot Noir stehen für einen etwas freieren, charakterstarken Stil neben den klassischen Kabinett- und Spätleselinien. Das Spektrum reicht von trocken ausgebauten Kabinetttweinen bis zu Prädikatsstufen wie Auslese, Beerenauslese und Eiswein — ein Sortiment, das sowohl den Alltagsbegleiter als auch den Keller-Kandidaten für besondere Anlässe bedient. Zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen — darunter Goldmedaillen bei Bundes- und Landesweinprämierungen — belegen, dass die Verbindung aus Lagentiefe, handwerklichem Kellerausbau und familiärem Ehrgeiz hier konsequent greift.