Das Weingut · Veneto · Italien

Quintarelli Giuseppe

Quintarelli Giuseppe gilt als eine der legendärsten Adressen des Veneto – ein Familienweingut in Negrar, das Amarone und Recioto nach eigenen, kompromisslosen Regeln macht. Lange Trocknungszeiten, ... Weiterlesen Weniger lesen

Quintarelli Giuseppe gilt als eine der legendärsten Adressen des Veneto – ein Familienweingut in Negrar, das Amarone und Recioto nach eigenen, kompromisslosen Regeln macht. Lange Trocknungszeiten, Vergärung im großen Holzfass, Reifung über viele Jahre: Hier entstehen Weine, die man nicht trinkt, sondern erlebt. Wer eine Flasche Quintarelli öffnet, braucht Geduld – und bekommt dafür Tiefe, die kaum ein anderes Weingut Italiens erreicht.

Veneto 2 Produkte
Zum Sortiment
Herkunft Veneto, Italien
Sortiment 2 Produkte

Filter

Sortierung:

Über das Weingut Quintarelli Giuseppe

Vom Bergdorf Cerè in die erste Reihe des italienischen Weinbaus

Die Geschichte des Weinguts beginnt im frühen 20. Jahrhundert, als Silvio Quintarelli im Valpolicella zunächst auf gepachtetem Land Weinbau betrieb und das Gut schließlich 1924 in Negrar als eigenes Anwesen gründete. Seinen Sohn Giuseppe – im Valpolicella schlicht „Bepi" genannt – traf er mit einem Erbe, das er in etwas Außerordentliches verwandeln würde. 1927 in Negrar geboren, übernahm Giuseppe den Betrieb Anfang der 1950er Jahre und widmete die nächsten sechs Jahrzehnte einem einzigen Ziel: zu beweisen, dass die Hügel oberhalb von Negrar, zwischen Gardasee und Verona, Weine von absolutem Weltformat hervorbringen können. Eine Reise nach Burgund in den 1980er Jahren bestärkte ihn in dieser Überzeugung – er erkannte die Parallelen zwischen den Böden der Valpolicella und dem Burgund und beschloss, das Potenzial der Region konsequent auszuschöpfen. Im Januar 2012 starb Giuseppe Quintarelli im Alter von 84 Jahren. Heute führen seine Tochter Fiorenza, ihr Mann Giampaolo Grigoli sowie die Enkel Francesco und Lorenzo das Weingut in seinem Sinne weiter.

Geduld als Arbeitsprinzip: Appassimento, Holzfass, kein Kompromiss

Das Anwesen – die Azienda Agricola Giuseppe Quintarelli in Cerè di Negrar – liegt auf rund 500 Metern Höhe und umfasst zwölf Hektar Weinberge in DOCG- und DOC-Lagen. Die Höhenlage bringt Frische, die den Weinen trotz ihrer Kraft eine klare Säurestruktur gibt. Angebaut werden die klassischen Rebsorten der Region: Corvina, Corvinone und Rondinella, ergänzt um Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon, die Bepi als einer der ersten Winzer des Valpolicella überhaupt pflanzte. Der Kern der Kellerarbeit ist das Appassimento: Gelesene Trauben werden nach der Ernte in mehreren Methoden getrocknet – auf Holzgestellen, in flachen Kisten oder hängend – bevor sie gepresst und langsam vergoren werden. Anschließend reifen die Weine in großen slawonischen Eichenfässern, den botti: der Amarone mindestens sieben bis acht Jahre, die Riserva bis zu zehn. Erst wenn die Familie die Reife als würdig erachtet, verlässt der Wein den Keller. In schwachen Jahrgängen wird kein Amarone produziert – ein Prinzip, das im modernen Weinhandel kaum noch zu finden ist. Das Weingut unterhält keine Website und betreibt keinerlei Marketing; die handgeschriebenen Etiketten jeder Flasche sind das einzige Erkennungszeichen nach außen.

Amarone, Alzero, Primofiore: ein Sortiment ohne leere Stellen

Der Amarone della Valpolicella Classico – eine Cuvée aus rund 55 % Corvina und Corvinone, 30 % Rondinella sowie weiteren autochthonen und internationalen Sorten – gilt als Referenzpunkt für den gesamten Stil. Er zeigt getrocknete Kirsche, Leder, Teer und Veilchen, hat Struktur für Jahrzehnte und einen Abgang, der im Glas nachhallt, lange nachdem er leer ist. Der Valpolicella Classico Superiore entsteht zu einem Teil aus frischen, zu einem anderen aus zwei Monate getrockneten Trauben und reift auf den Amarone-Hefen – mehr Tiefe, als das Typbild dieser Kategorie erwarten lässt. Daneben steht der Alzero, Bepis persönliche Hommage: Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und Merlot, vier Monate getrocknet, zunächst in französischem Barrique, dann in slawonischer Eiche ausgebaut – ein Wein, der die Appassimento-Logik auf Bordeaux-Rebsorten überträgt und dabei einen ganz eigenen Charakter entwickelt, dunkel, würzig und dicht. Der Primofiore verbindet einheimische Sorten mit teilweise getrocknetem Cabernet und zeigt, dass selbst der zugänglichste Wein des Guts den Handschriftstil des Hauses trägt: rote Frucht, Würze, frische Säure, feines Gerüst aus einem Jahr slawonischer Eiche. Wer einen dieser Weine öffnet, hat Zeit – und bekommt sie auch zurück.

Quintarelli Giuseppe –
Valpolicella in seiner reinsten Form

Seit Generationen bewirtschaftet die Familie Quintarelli ihre Lagen im Valpolicella Classico nach eigenen Regeln: lange Trocknung der Trauben, ausgedehnte Fassreifung, kein Kompromiss beim Zeitplan. Die Weine brauchen Geduld – und geben sie mit außergewöhnlicher Tiefe zurück.