Von Giovanni Bongiovanni zu Davide Mozzone: drei Generationen in Castiglione Falletto
Die Geschichte beginnt 1950, als Giovanni Bongiovanni in Castiglione Falletto, einer der bekanntesten Gemeinden im Barolo-Gebiet, mit dem Anbau von Weinreben anfing. Was zunächst als Traubenlieferant und später als Fassweinbetrieb lief, wuchs über mehrere Generationen zu einem eigenständigen Weingut heran. Heute führt Davide Mozzone, Enkel des Gründers, den Betrieb gemeinsam mit seiner Frau Marina und den Kindern Luca und Sara. Die gesamte Produktion und der Vertrieb liegen in Familienhand.
Der Betrieb ist unter dem Namen Cascina Bongiovanni verwurzelt, vermarktet seine Weine jedoch unter dem Label Faletto – nach dem hügeligen Terrain rund um Castiglione Falletto benannt. Die Adresse, Via Alba Barolo 3, liegt im Zentrum der Langhe, eingebettet zwischen Alba im Norden und den berühmten Barolo-Crus im Süden.
Handarbeit auf 7 Hektar: Weinberg und Keller als Ein-Mann-Betrieb
Die Rebfläche umfasst bewusst überschaubare 7 Hektar, verteilt auf Lagen in den Gemeinden Castiglione Falletto, Serralunga d'Alba und Monforte d'Alba. Auf diesen Hügeln dominiert der sogenannte Helvetium-Boden: ein karger Sandstein-Lehm-Mix, der den Reben kaum Nährstoffe gibt und sie so zu tiefer Verwurzelung und konzentrierter Frucht zwingt. Die Bewirtschaftung erfolgt vorwiegend manuell – Davide Mozzone übernimmt jeden Arbeitsschritt im Weinberg und Keller selbst.
Beim Faletto-Wein, dem namensgebenden Langhe Rosso DOC, wachsen die Reben auf rund einem Hektar mit südwestlicher Exposition in Ton-Sand-Böden. Die Assemblage aus verschiedenen piemontesischen Rebsorten variiert von Jahrgang zu Jahrgang; welche Sorten und in welchem Verhältnis sie eingehen, hält Mozzone bewusst zurück. Geerntet wird in der Regel in der dritten Septemberwoche. Im Keller setzt das Weingut auf moderne Technik, ohne die handwerkliche Sorgfalt aufzugeben, die Mozzone als Erbe seines Großvaters versteht.
Nebbiolo im Mittelpunkt – von der Einstiegslage bis zu den großen Crus
Das Sortiment reicht vom duftigen Roero Arneis – dem weißen Gegenpol aus der gleichnamigen Hügelzone nördlich des Tanaro – über den zugänglichen Nebbiolo d'Alba bis zu den anspruchsvollen Barbaresco-Lagen Asili und Rabajà. Beide Crus liegen in der Barbaresco-DOCG östlich von Alba: Asili im Zentrum der Gemeinde auf 200 bis 280 Metern Höhe, Rabajà auf rund 310 Metern mit kalkreichem Untergrund. Der Nebbiolo d'Alba reift zwölf Monate im Barrique, gefolgt von einer längeren Flaschenlagerung – das ergibt eine zugänglichere Struktur mit klarer Frucht und dezenten Röstaromen, ohne die rassige Säure preiszugeben.
Was die Weine von Faletto verbindet, ist der Respekt vor den Eigenheiten des Terroirs: keine Überextraktion, kein Stilmittel, das die Herkunft übertüncht. Wer die Bandbreite des Piemont kennenlernen will – vom aromatischen Arneis bis zur tanninstarken Tiefe eines Barbaresco-Einzellagenwein – findet im Sortiment eine schlüssige Linie, die ohne Kompromisse zwischen zugänglich und komplex navigiert.