Die Domaine · Bordeaux · Frankreich

Domaine de Chevalier

Die Domaine de Chevalier zählt zu den großen Adressen des Graves – jener unterschätzten Bordeaux-Region südlich der Stadt, die sowohl trockene Weißweine als auch klassische Roten hervorbringt. Das ... Weiterlesen Weniger lesen

Die Domaine de Chevalier zählt zu den großen Adressen des Graves – jener unterschätzten Bordeaux-Region südlich der Stadt, die sowohl trockene Weißweine als auch klassische Roten hervorbringt. Das Gut liegt mitten im Wald von Léognan, was dem Mikroklima eine ganz eigene Kühlheit verleiht.

Léognan, Bordeaux 4 Produkte
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Domaine de Chevalier
Herkunft Bordeaux, Frankreich
Sortiment 4 Produkte

Über Domaine de Chevalier

Von „Chivaley" zum Grand Cru Classé de Graves

Das Domaine de Chevalier taucht bereits im 16. Jahrhundert in notariellen Akten auf — damals noch unter dem gaskognischen Namen „Chivaley", dem Äquivalent des französischen „Chevalier". Seinen heutigen Namen trägt das Gut seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als Arnaud Ricard das Anwesen 1865 erwarb und die Weinberge in der Region bekannt machte. Zur Familie der Küfer gehörend, war Ricard bestens mit dem Bordeaux-Handel vertraut. Den entscheidenden Einschnitt brachte das Jahr 1983: Die Familie Bernard, damals einer der führenden Akteure im weltweiten Weinbrandhandel und renommierter Négociant für Bordeaux Grands Crus, übernahm das Domaine und leitete eine tiefgreifende Erneuerung ein. Heute führen Olivier Bernard und sein Sohn Adrien das Gut — und das Domaine zählt, als eines der wenigen in Bordeaux unter dem Begriff „Domaine" statt „Château" geführten Güter, zu den klassifizierten Ersten Lagen der Graves, eingestuft als Grand Cru Classé in Rot und Weiß in der Klassifikation von 1953.

Waldlage, Kiesböden und der Ehrgeiz der Bernards

Das Weingut liegt mitten in einem ausgedehnten Waldgebiet am Rand der Landes girondines, rund fünfzehn Kilometer südlich von Bordeaux, in der Gemeinde Léognan. Dieser Waldgürtel formt ein kühles Mikroklima und schützt das Rebland vor Extremen — eine Rarität im Bordeaux. Der Boden wechselt zwischen schwarzem Sand, feinem weißen Kies und einem gut drainierenden Ton-Kies-Untergrund, was sowohl den Roten als auch den Weißen eine ausgeprägte Mineralität verleiht.

Unter Olivier Bernard wurden Weinberge vergrößert, replantiert und die Kellerwirtschaft modernisiert: Ein großzügiges Barrique-Lager entstand, neue Kuviers wurden gebaut und 2014 kamen eiförmige Zementtanks für die parzellenweise Vinifikation des Roten hinzu. Parallel dazu verfolgt das Domaine konsequent eine biologisch-biodynamische Bewirtschaftung. Die Ernte erfolgt ausschließlich per Hand in kleinen Holzkisten, mit einer ersten Selektion direkt im Weinberg. Den Schwefelgehalt haben die Bernards über die Jahre schrittweise reduziert, ohne dabei an aromatischer Präzision einzubüßen. Für die Weißwein-Vinifikation lässt das Gut die Barriques nach dem Befüllen in einem Kühlraum auf kontrollierte Temperatur absenken — ein Verfahren, das außer hier in Bordeaux sonst nur Château Margaux praktiziert. Die maolaktische Gärung des Grand Vin Rot findet ausschließlich in neuem französischen Eichenholz statt; anschließend reift der Wein 18 bis 22 Monate auf der Hefe in 40 bis 60 Prozent neuen Barriques.

Cabernet-Präzision beim Roten, internationale Klasse beim Weißen

Beim Roten dominiert Cabernet Sauvignon mit rund 63 Prozent, ergänzt durch Merlot, Petit Verdot und Cabernet Franc. Das Ergebnis sind Weine mit feiner Tanninstruktur, einer ausgeprägten Kaschmir-Textur im Mund und einer charakteristischen Erdnote — klassisches Pessac-Léognan-Profil mit langer Entwicklung. Der Blanc, hervorgegangen aus einem knapp bemessenen Anteil an Sauvignon Blanc und Sémillon, gilt als einer der international beachtetsten trockenen Weißweine Bordeaux' überhaupt: Fassgärung, präzise Säurestruktur, florale Tiefe. Im Sortiment bei uns findest du das Grand Vin in Rot und Weiß sowie den „L'Esprit de Chevalier" — den zweiten Wein des Guts, der auf demselben Terroir und nach derselben Philosophie entsteht, aber früher zugänglich ist und einen unkomplizierteren Einstieg in die Welt des Domaine ermöglicht.

Léognan

Domaine de Chevalier —
Waldkühle und Tiefe aus dem Graves

Die Domaine de Chevalier liegt nicht an einer der bekannten Bordeaux-Routen, sondern mitten im Wald von Léognan — und genau das macht den Unterschied. Das Baumkronendach hält die Temperaturen niedriger als anderswo im Bordelais, die Böden aus Sand, Kies und Ton geben den Weinen eine mineralische Strenge, die man in dieser Form kaum woanders findet.

Das Gut gehört zu den wenigen Adressen im Graves, die sowohl bei Rot- als auch bei Weißwein auf höchstem Niveau arbeiten. Der weiße Chevalier — eine Assemblage aus Sauvignon Blanc und Sémillon — gilt als einer der langlebigsten trockenen Weißweine Bordeaux': dicht, aber präzise, mit einer Reifefähigkeit, die viele Burgunder beschämt. Die roten Weine folgen derselben Logik: kein Gewicht um des Gewichts willen, sondern Struktur, die sich über Jahre entfaltet.

Wer Bordeaux jenseits der großen Médoc-Namen kennenlernen möchte, findet hier eine der überzeugendsten Adressen der Region — mit Weinen, die Geduld belohnen und beim Öffnen selten enttäuschen.