Von 1581 bis heute: Wie eine Langenloiser Familie den Kamptal-Weinbau prägte
Die Wurzeln des Weinguts Bründlmayer reichen bis ins Jahr 1581 zurück — eine Familiengeschichte, die den Weinbau in Langenlois über Jahrhunderte mitgeschrieben hat. Die heutige Prägung des Guts geht auf Willi Bründlmayer zurück, der die Führung 1980 übernahm und es zu einer der bekanntesten Adressen des österreichischen Weinbaus entwickelte. Seit 2016 steht ihm Andreas Wickhoff MW als Geschäftsführer zur Seite, der die Weiterentwicklung des Guts in Weinberg und Keller mitverantwortet. Das historische Ensemble in Langenlois umfasst auch einen Heurigenhof aus dem 16. Jahrhundert — ein Renaissancebau, der die Verwurzelung der Familie in Ort und Landschaft bis heute sichtbar macht.
Naturnahe Arbeit in Terrassenlagen am Kreuzungspunkt zweier Täler
Langenlois liegt dort, wo Kamp- und Donautal aufeinandertreffen — eine geografische Besonderheit, die das Klima der Weinberge wesentlich bestimmt. Die bewaldeten Hügel des Waldviertels schirmen die Lagen vor kalten Nordwestwinden ab, tagsüber speichern die steinigen Terrassen die Sonnenwärme, nachts strömt kühle Waldluft durch das Tal und sorgt für ausgeprägte Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Genau diese Diurnalik ist es, die Grünem Veltliner und Riesling aus Langenlois ihre Frische und Struktur gibt.
Willi Bründlmayer begann bereits in den späten 1970er-Jahren mit einem naturnahen Ansatz im Weinberg: keine synthetischen Dünger, stattdessen Gründüngung, Kuhmist und kompostierte Pflanzenabfälle. Dieser Weg mündete konsequent in die Umstellung auf organisch-biologische Bewirtschaftung. Die Weine tragen die Bio-Zertifizierung AT-BIO-402. Im Keller reifen die Grünen Veltliner zur Verfeinerung kurzzeitig in alten Akazienfässern — ein zurückhaltendes Mittel, das dem Lagenprofil Raum lässt, ohne es zu überformen.
Grüner Veltliner als Leitfaden — vom Terrassenwein bis zur Ersten Lage
Das Sortiment folgt einer klaren Hierarchie: Von frischen, lagentypischen Terrassenweinen bis zu den klassifizierten Ersten Lagen der Österreichischen Traditionsweingüter (ÖTW), an deren Gründung Willi Bründlmayer 1991 selbst beteiligt war. Die wichtigsten Rieden — Lamm, Käferberg, Loiserberg, Berg Vogelsang, Heiligenstein und Steinmassl — liefern je nach Bodenprofil unterschiedliche Charaktere: Der Käferberg steht für Urgestein mit tonigen Auflagen und damit für Dichte und Textur, das Ried Lamm (benannt nach dem alten Wort für Lehm) für körperreiche, strukturierte Veltliner, der Berg Vogelsang mit Silikat und Glimmerschiefer für mineralische Präzision. Der Einstieg ins Sortiment gelingt über den L&T und die Kamptaler Terrassen — zugängliche Weine, die das klimatische Grundprofil der Region klar abbilden: lebendige Säure, Würze, klarer Abgang. Wer tiefer einsteigen möchte, findet in den Lagen-Weinen Weine mit nachgewiesenem Reifepotenzial von zehn Jahren und mehr.