Weinbau seit 1672 – Familienstolz im Durbacher Plauelrain
Das Weingut Andreas Laible in Durbach blickt auf eine weinbauliche Geschichte zurück, die bis ins Jahr 1672 reicht. Was damals als Familientradition in der Ortenau begann, ist heute eines der angesehensten Weingüter Badens. Andreas Laible führt den Betrieb gemeinsam mit seiner Frau Ingrid und Sohn Andreas jun. – ein generationenübergreifendes Gespann, das Beständigkeit und Erneuerung in ein produktives Spannungsverhältnis bringt. Der Gault Millau würdigte diese Konstanz mit dem Lob einer „enormen Schaffenskraft und Kontinuität auf hohem Niveau". Durbach selbst gilt als einer der renommiertesten Weinorte der Ortenau, eingebettet in die Hügel am Rand des Schwarzwalds – weit genug vom breiten Rheintal entfernt, um ein eigenes, kühleres Kleinklima zu besitzen.
Steillage, Granit und konsequente Handlese
Nahezu alle Weine des Hauses stammen aus der Steillage Durbacher Plauelrain, die das Weingut auf rund 7,5 Hektar bewirtschaftet – davon sechs Hektar in den besten Gewannen mit VDP-Erste-Lage- und Großes-Gewächs-Status. Die Böden bestehen überwiegend aus Granitverwitterung und Gneis. Granit speichert Wärme, gibt sie nachts langsam wieder ab und entzieht den Reben Wasser – das Ergebnis sind konzentrierte Trauben mit klarer Mineralstruktur. Ein Waldsaum schützt die Hänge vor kaltem Nordwind und sichert gleichmäßige Reife.
Die Lese erfolgt ausschließlich von Hand, selektiv in mehreren Durchgängen. Im Keller wird schonend gearbeitet: Vergärung bevorzugt im Edelstahltank mit Naturhefen, gelegentlich ergänzt durch Ausbau im Holzfass – je nach Rebsorte und Lage. Ziel ist stets, die Aromen des Weinbergs unverfälscht in die Flasche zu überführen, nicht durch Kellereingriffe zu überformen. Rebstöcke, die teils über 50 Jahre alt sind, werden entsprechend sorgfältig gepflegt.
Riesling als Leitsorte – Präzision durch das gesamte Sortiment
Riesling ist die Leitsorte des Hauses – und das aus gutem Grund. Durbach hat eine eigene Riesling-Tradition: Hier heißt die Sorte traditionell Klingelberger und zeigt einen charakteristisch würzigeren, säurebetont-mineralischen Stil, der sich vom Mosel-Riesling ebenso unterscheidet wie vom breiten Badischen Stil der Ebene. Laibles Rieslinge – vom zugänglichen Kabinett bis zum Großen Gewächs „Achat" – durchzieht eine Klarheit und Präzision, die als Haushandschrift gilt.
Daneben kultiviert das Weingut Grau- und Weißburgunder, Spätburgunder, Gewürztraminer, Scheurebe und Traminer. Der Graue Burgunder profitiert besonders vom wärmespeichernden Granit und zeigt Druck und feine Würze; der Spätburgunder überzeugt mit kühler Rotfrucht und feiner Struktur statt Holzdominanz. Das Sortiment reicht damit von frisch-spritzigen Kabinettstilen bis zu lagefähigen Spitzenlagen – allesamt geprägt vom Terroir des Plauelrain und dem Anspruch, dass Weinbergscharakter im Glas erkennbar bleibt.