Von Sisto Sacchetto bis zur dritten Generation: eine venezianische Familiengeschichte
Die Cantine Sacchetto entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Trebaseleghe, einem kleinen Ort im Dreieck der Provinzen Treviso, Padua und Venedig — rund 25 Kilometer nordwestlich von Venedig. Gründer Sisto Sacchetto handelte bereits in der Nachkriegszeit mit Trauben und Weinen und baute sich durch technisches Know-how und kaufmännisches Geschick einen wachsenden Betrieb auf. In den Wirtschaftswunderjahren der 1950er und 1960er Jahre trieb er die entscheidende Weiterentwicklung voran: Statt nur Zukaufwein zu vermarkten, wollte er die Trauben für seine Weine fortan selbst anbauen und so den gesamten Produktionsprozess in Familienhand halten.
Sistos Sohn Filiberto übernahm dieses Erbe und verankerte den Betrieb dauerhaft in Trebaseleghe. Unter seiner Führung gewann die Cantina zunehmend auch internationale Ausstrahlung. Heute führen Filiberto und sein Sohn Paolo — zusammen mit Paulos Schwester Beatrice — das Unternehmen als modernes Familienweingut in der dritten Generation weiter. Die Linie Villa Santa Flavia steht dabei für die stillen Weine des Hauses.
Tradition als Arbeitsgrundlage, kein Dekorationsversprechen
Der Leitsatz, den Filiberto Sacchetto dem Betrieb gegeben hat, ist direkt: „Unser Name steht auf dem Etikett — wir verbürgen uns für den Inhalt." Das drückt sich in konkreten Entscheidungen aus: Die Trauben für die Villa-Santa-Flavia-Linie werden von Hand gelesen, sorgfältig selektiert und schonend verarbeitet, um die sortentypischen Eigenschaften zu erhalten. Für die Weißweine kommen temperaturkontrollierte Edelstahltanks zum Einsatz, die Frische und Frucht sichern; der Cabernet wird zwölf Monate im Barrique ausgebaut. Die Kellerei investiert kontinuierlich in moderne Technik und die Weiterbildung ihres Teams — nicht um Tradition zu ersetzen, sondern um sie handwerklich abzusichern.
Gleichzeitig widersteht Sacchetto dem Druck des Massenmarkts. Auch angesichts der gestiegenen Nachfrage nach Prosecco hat das Haus auf zugekaufte Billigware verzichtet und setzt konsequent auf kontrollierte Qualität aus Venetien und dem Friaul.
Sortenklare Stillweine für den Alltag mit Anspruch
Die Linie Villa Santa Flavia umfasst die klassischen Rebsorten des nordostitalienischen Weinbaus: Pinot Grigio DOC, Chardonnay, Merlot und Cabernet Sauvignon — alle als Liter- und Magnumflasche verfügbar, was die Weine auch für größere Runden oder den regelmäßigen Genuss attraktiv macht. Der Pinot Grigio zeigt das für Venetien typische Profil: trocken, frisch, mit dezenter Frucht, ideal zu Fisch und hellem Fleisch, am besten zwischen 8 und 10 °C serviert. Der Chardonnay bleibt fruchtbetont und zugänglich. Beim Merlot dominieren rote Beerenfrucht und weiches Tannin; der Cabernet Sauvignon bringt durch den Barrique-Ausbau mehr Struktur, dunkle Frucht und Tiefe mit. Alle Weine sind auf zeitnahen Genuss ausgelegt — kein Lagerprojekt, sondern ehrliche Alltagsbegleiter mit klarer Herkunft.