Die Tenuta · Chianti · Italien

Tenuta Tignanello

Seit 1385, als Giovanni di Piero Antinori der florentinischen Gilde der Weinmacher beitrat, schreibt diese Familie toskanische Weingeschichte – inzwischen in der 26. Generation.Tenuta Tignanello, d... Weiterlesen Weniger lesen

Seit 1385, als Giovanni di Piero Antinori der florentinischen Gilde der Weinmacher beitrat, schreibt diese Familie toskanische Weingeschichte – inzwischen in der 26. Generation.

Tenuta Tignanello, das Herzstück im Chianti Classico zwischen den Tälern von Greve und Pesa, wurde in den 1970er-Jahren zum Laboratorium einer stillen Revolution: Hier entstand mit Tignanello der erste Sangiovese in Barriques, verschnitten mit Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc, ohne Weißweintrauben – ein Wein, der den italienischen Weinbau neu definierte.

Auf 319 Hektar, mit Lagen auf 350 bis 400 Metern Höhe, verbindet das Gut bis heute Tradition und Modernität zu Weinen, die tief im Boden ihrer Heimat verwurzelt sind.

San Casciano val di Pesa, Chianti 1 Produkte
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Herkunft Chianti, Italien
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Über Tenuta Tignanello

Von den Medici zu den Antinori: sechs Jahrhunderte auf einem Hügel

Die Geschichte von Tenuta Tignanello reicht weit vor die Familie zurück, die ihr heutiges Gesicht gab. Bereits 1346 gehörte das Anwesen den Buondelmonti, einer Adelsfamilie mit umfangreichem Landbesitz im Pesa-Tal. Im 17. Jahrhundert übernahm ein Nebenzweig der Medici den Besitz und taufte ihn Fonte dei Medici. Mitte des 19. Jahrhunderts erwarb die Familie Antinori das Gut — eine Familie, die seit 1385 Wein in der Toskana erzeugt, inzwischen in der 26. Generation. Das heutige Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert steht auf den Fundamenten dieser langen Abfolge von Besitzern; der umliegende Weinberg galt schon 1892 laut dem historischen Ortsführer Carocci als eine der schönsten Lagen im gesamten Gebiet von San Casciano Val di Pesa.

Den Wendepunkt brachten die 1970er-Jahre. Piero Antinori und sein Önologe Giacomo Tachis machten Tenuta Tignanello zum Versuchslabor der italienischen Weinmoderne: temperaturkontrollierte Gärung, vollständige malolaktische Umwandlung für Rotweine, und erstmals Reifung eines Sangiovese in kleinen französischen Barriques. 1971 erschien der erste Jahrgang des Weines, der fortan den Namen des Gutes tragen würde — Tignanello.

Terroir als Ausgangspunkt, Keller als Präzisionswerkzeug

Das Gut erstreckt sich über 319 Hektar im Herzen des Chianti Classico, zwischen den Tälern von Greve und Pesa. Rund 165 Hektar sind mit Reben bestockt, aufgeteilt in viele einzelne Parzellen. Im Mittelpunkt stehen zwei Lagen auf demselben Hügel: der Tignanello-Weinberg und der benachbarte Solaia-Weinberg, beide auf 350 bis 400 Metern Höhe. Die Böden stammen aus marinem Mergelstein des Pliozäns, reich an Kalkstein und Schiefer — lokal Alberese und Galestro genannt. Heiße Tage und kühle Nächte sorgen für langsame, gleichmäßige Reife der Trauben.

Tignanello und Solaia verfügen über jeweils eigene Vinifikations- und Reifekeller, die zwischen 2008 und 2009 vollständig erneuert wurden. Diese konsequente Trennung erlaubt es, jeden Wein in allen Details separat zu führen. Die Arbeit im Weinberg folgt dem Grundsatz niedriger Erträge und gezielter Klonenselektion bei Sangiovese — mit dem Ziel konzentrierter Frucht und weicher Tannine, nicht von Menge.

Sangiovese als Kern, Cabernet als Gesprächspartner

Zwei Weine definieren das Sortiment der Tenuta: Tignanello und Solaia. Tignanello — seit 1982 aus 85 % Sangiovese, 10 % Cabernet Sauvignon und 5 % Cabernet Franc — war der erste Sangiovese überhaupt, der in Barriques ausgebaut wurde, der erste moderne Rotwein dieser Zone ohne Weißweintrauben und einer der ersten mit nicht-traditionellen Rebsorten im Verschnitt. Er wird ausschließlich in guten Jahrgängen erzeugt. Der Cabernet bringt Struktur und balsamische Kühle; der Sangiovese liefert die charakteristische Säure, Kirschfrucht und das erdige Fundament des Chianti Classico.

Der Marchese Antinori Chianti Classico DOCG Riserva ergänzt das Sortiment als ausdrucksstarker Lagenwein, der seit dem Jahrgang 2011 ausschließlich aus Trauben der Tenuta Tignanello stammt und nahezu vollständig auf Sangiovese setzt. Im Glas zeigt er die klassische Aromatik der Zone: schwarze Kirsche, Veilchen, Gewürzakzente von Ingwer und Kakao, seidige Tannine, langer würziger Abgang. Serviertemperatur: 16–18 °C. Beide Weine passen zu Florentiner Bistecca, Wildschweinsauce über Pici oder gereiftem Pecorino Toscano.

San Casciano val di Pesaantinori.it

Tenuta Tignanello —
wo der Super Tuscan seinen Anfang nahm

Zwischen den Tälern von Greve und Pesa, auf 350 bis 400 Metern Höhe im Chianti Classico, liegt das Gut, das den italienischen Weinbau in den 1970er-Jahren neu ausgerichtet hat. Hier verzichtete die Familie Antinori erstmals auf Weißweintrauben im Verschnitt, reifte Sangiovese in Barriques und fügte Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc hinzu — das Ergebnis war Tignanello, ein Wein, der bis heute als Referenz für den toskanischen Rotwein gilt.

Dahinter steht eine Familiengeschichte, die 1385 beginnt, als Giovanni di Piero Antinori der florentinischen Gilde der Weinmacher beitrat. 26 Generationen später bewirtschaftet die Familie 319 Hektar auf Tenuta Tignanello mit derselben Haltung: Tradition als Fundament, Handwerk als Methode, der Boden als Maßstab. Die Lagen auf galestro- und alberese-reichem Kalkstein prägen die Struktur der Weine — straff, langlebig, mit der charakteristischen Kühle der Höhenlagen.

Die Weine von Tenuta Tignanello eignen sich zu kräftigen Fleischgerichten der toskanischen Küche — Bistecca alla Fiorentina, geschmorte Wildschweinragù — aber auch zu gereiftem Pecorino oder einem ruhigen Abend mit einem Glas, das Zeit braucht, um sich zu öffnen.