Seit 1630 in Pedemonte: Wie die Familie Tedeschi Valpolicella mitgeprägt hat
Die Geschichte von Tedeschi Wines lässt sich bis ins Jahr 1630 zurückverfolgen, als die Familie erstmals in den lokalen Grundbüchern von Pedemonte di Valpolicella auftauchte. Formell gegründet wurde das Weingut 1824 von Nicolò Tedeschi — und seither ist der Betrieb ununterbrochen in Familienhand geblieben. Heute führen die drei Geschwister Antonietta, Sabrina und Riccardo Tedeschi das Weingut in fünfter Generation: Antonietta verantwortet den Heimatmarkt, Sabrina die internationalen Märkte, Riccardo die Kellerwirtschaft. Ihr Vater Lorenzo Tedeschi legte den Grundstein für die moderne Ära des Weinguts, als er in den frühen 1960er-Jahren eine damals radikale Entscheidung traf: Er vinifizierte die Trauben des Monte-Olmi-Weinbergs separat und schuf damit einen der allerersten Einzellagen-Cru-Weine Valpolicellas. 1964 erschien der Weinbergsname erstmals auf dem Etikett — ein Novum in einer Region, in der die Cuvée-Tradition bis dahin als unantastbar galt. Tedeschi gehörte 2009 zu den Gründungsmitgliedern der Famiglie Storiche, eines Zusammenschlusses historischer Valpolicella-Erzeuger, die gemeinsam Tradition und Innovation der Denomination voranbringen.
Terroir-Forschung, Steillagen und Slavonische Eiche
Das Weingut bewirtschaftet heute vier eigenständige Weinbergslagen rund um Pedemonte. Das Herzstück ist der Monte Olmi: 2,5 Hektar auf terrassierten Südwest-Hängen mit rotem Ton und kalkhaltigem Moränenboden — die Parzelle, die das Familienerbe seit Lorenzos Zeit prägt. La Fabriseria liegt auf rund 450 Metern Höhe zwischen Sant'Ambrogio di Valpolicella und Fumane, mit rosafarbenem Kalkfels und Schiefergestein als Untergrund. Die jüngste Akquisition, Tenuta Maternigo, kam 2006 dazu: 31 bepflanzte von 84 Gesamthektar in der Valpolicella DOC-Zone, auf Südost- und Südwesthängen zwischen 200 und 450 Metern. Die Familie setzt auf wissenschaftliche Präzision — unter anderem in einer laufenden Forschungspartnerschaft mit der Universität Verona zur Bodenkartierung und Charakterisierung einheimischer Rebsorten. Im Keller reifen die Weine in Fässern aus Slavonischer Eiche zwischen 500 und 1.000 Litern, was Oxidation und Aromaentwicklung gezielt steuert, ohne das Terroir zu überdecken. Der Grundsatz der Familie ist dabei klar: das Land verstehen, den Boden respektieren, die Traube selbst sprechen lassen.
Kraft und Finesse: Corvina, Corvinone und die großen Crus
Das Sortiment deckt die gesamte Bandbreite der Denomination ab — von der frischen Valpolicella DOC Classico über Ripasso Superiore und Valpolicella Superiore bis zu Amarone und Recioto della Valpolicella. Die autochthonen Rebsorten Corvina, Corvinone und Rondinella bilden das Rückgrat; ergänzt werden sie durch seltenere Varietäten wie Oseleta, Dindarella und Forselina, die den Weinen zusätzliche Tiefe und Typizität geben. Der Marne 180 Amarone della Valpolicella, auch bei Vinoscout im Sortiment, steht für den handwerklichen Ansatz des Hauses: Appassimento-getrocknete Trauben, strukturierter Körper, gleichzeitig mit der für Tedeschi charakteristischen Linie — Kraft ohne Schwere. Überhaupt ist es diese Balance, die Riccardo Tedeschi als Leitidee beschreibt: Finesse und Frische in einer Region, die international vor allem für ihre Extraktstärke bekannt ist. Wer sich auf Tedeschi einlässt, bekommt Weine, die ihren Ursprung im Kalkstein und rotem Ton von Pedemonte nie verleugnen.