Barone Statti: Drei Jahrhunderte auf demselben Boden
Die Geschichte der Familie Statti beginnt nicht mit einem Weinkeller, sondern mit einem Kriegszug. Im 15. Jahrhundert kamen albanische Soldaten namens Stath nach Süditalien, um König Alfons V. von Aragon während der „Revolte der Barone" zu unterstützen. Als Lohn erhielten sie Ländereien im heutigen Lamezia Terme — der Grundstein eines Adelsgeschlechts, das im 17. Jahrhundert den Barontitel erwarb und bis heute denselben Boden bewirtschaftet. Seit dem Jahr 1700 lebt die Familie auf ihren 500 Hektar in der Ebene von Lamezia Terme und hat die Landwirtschaft Kalabriens über Generationen mitgeprägt. Den Familienbetrieb in seiner heutigen Form führen die Brüder Alberto und Antonio Statti, die das Weingut in den 1990er Jahren übernahmen und konsequent in Richtung Qualität und internationale Sichtbarkeit entwickelten.
Setteventi: Weinbau zwischen zwei Meeren und sieben Winden
Das Herzstück des Betriebs ist die Tenuta Lenti in der Piana di Lamezia Terme — ein Gesamtareal von 500 Hektar, auf dem rund 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig sind. Davon entfallen 100 Hektar auf Weinberge, 300 Hektar auf jahrhundertealte Olivenhaine der Sorte Carolea sowie 50 Hektar auf Zitrusgärten; dazu kommt Milchwirtschaft. Die Weinberge tragen den Namen Setteventi — benannt nach den starken Seewinden, die hier zwischen Tyrrhenischem und Ionischem Meer zirkulieren. Dieses natürliche Belüftungssystem schützt die Reben vor Pilzkrankheiten und ermöglicht integrierten Pflanzenschutz. Der Untergrund aus rotem Lehm, Sand und Kieseinschlüssen speichert tagsüber die Wärme der kalabrischen Sonne und gibt sie nachts wieder ab.
Alberto und Antonio Statti sind überzeugt, dass ein guter Wein im Weinberg entsteht, nicht im Keller. Entsprechend konsequent wurde in die Reberziehung investiert: Spaliererziehung erlaubt optimale Besonnung, die Lese beginnt Ende August und zieht sich je nach Sorte bis Mitte Oktober. Im Keller arbeitet das Weingut mit erfahrenen sizilianischen Önologen zusammen. Für die Energie setzt Statti auf Biogas und erneuerbare Quellen und gilt damit als Pionier ökologisch nachhaltiger Landwirtschaft in Kalabrien. Der Weinberg wird mit eigenem Mist gedüngt — ein geschlossener Kreislauf, der Weinbau, Olivenanbau und Viehhaltung auf demselben Gut verknüpft.
Gaglioppo, Greco und die Rückkehr der alten Sorten
Im Sortiment von Statti stehen autochthone Rebsorten im Mittelpunkt: Gaglioppo, Greco Bianco, Greco Nero, Mantonico und Magliocco — allesamt Sorten, die vor mehr als zweitausend Jahren von griechischen Siedlern in die Region gebracht wurden und das Rückgrat der DOC Lamezia sowie der IGT Calabria bilden. Der Batasarro Rosso Lamezia DOC Riserva, ein reinsortig ausgebauter Gaglioppo, reift 18 Monate im Eichenfass und weitere 12 Monate auf der Flasche — strukturiert, charakterstark, mit langem Abgang. Die Linie I Gelsi vereint Weiß, Rosé und Rot und zeigt die Bandbreite des kalabrischen Terroirs in zugänglicherer Form. Dazu kommen sortenreine Abfüllungen von Gaglioppo, Greco Bianco und Greco Nero sowie der Cauro Calabria IGT. Wer die Weine von Statti trinkt, bekommt kein poliertes Süditalien-Klischee, sondern Weine mit mineralischer Spannung, mediterraner Kräuterwürze und dem unverwechselbaren Charakter einer Region, die lange im Schatten stand — und gerade dabei ist, das zu ändern.