Zwei Familien, ein Versprechen: Die Gründung von Rupert & Rothschild
Die Geschichte von Rupert & Rothschild Vignerons beginnt 1997 mit einem Handschlag zwischen zwei Welten. Dr. Anton Rupert, südafrikanischer Industrieller und leidenschaftlicher Förderer der Franschhoeker Weinkultur, traf auf Baron Edmond de Rothschild, dessen Familie seit der Übernahme von Château Lafite durch James de Rothschild im Jahr 1868 zu den prägendsten Kräften der Bordeaux-Geschichte zählt. Ihr gemeinsamer Wunsch: südafrikanischen Wein auf internationalem Niveau zu etablieren — mit Fokus, nicht mit Breite.
Als Standort wählten sie das historische Gut Fredericksburg, eine französische Hugenotten-Farm am Fuß des Simonsberg, die seit 1690 besteht. Die Gründergeneration reichte das Projekt an ihre Söhne weiter: Nach dem frühen Tod von Anthonij Rupert im Jahr 2001 übernahmen sein Bruder Johann Rupert und seine Schwester Hanneli Rupert-Koegelenberg die Seite der Familie. Auf Rothschild-Seite führt Baron Benjamin de Rothschild das Erbe weiter. Heute steht das Weingut als lebendiges Zeugnis dieser dynastischen Partnerschaft zwischen Südafrika und Frankreich.
Handwerk mit klarer Linie: Weinberg, Keller und Philosophie
Das Sortiment umfasst bewusst nur drei Weine — eine Entscheidung, die von Anfang an Programm war. Wer sich auf wenig konzentriert, kann es besonders sorgfältig tun: Jede Rebe, jedes Fass, jeder Tank bekommt die Aufmerksamkeit, die es braucht. Die Trauben werden von Hand gelesen, und die Eingriffe im Keller werden auf ein Minimum reduziert, um die Frucht im Mittelpunkt zu halten. Die Weinberge erstrecken sich über mehr als 100 Hektar im westlichen Kap, wobei der Simonsberg mit seinen Berglagen besondere Terroir-Bedingungen für Chardonnay, Cabernet Sauvignon und Merlot schafft.
Im Keller verbindet das Team die klassischen Bordeaux-Prinzipien mit modernen Methoden. Der Chardonnay wird als ganze Traube gepresst; der Freijus vergärt in einer Kombination aus Französischen Eichenfässern, Betonbehältern und Edelstahltanks — je nach gewünschter Stilistik. 2004 wurde das Gut als erstes Weingut Südafrikas mit dem Environmental Management Certificate ausgezeichnet, ein früher Beleg für ein ernsthaftes Nachhaltigkeitsverständnis. Darüber hinaus engagiert sich das Weingut gemeinsam mit den Rupert-Gütern Anthonij Rupert Wines und La Motte im Gemeinschaftsprojekt Dennegeur, das den Mitarbeitenden der drei Betriebe zugutekommt.
Drei Weine, klare Handschrift: Das Sortiment im Überblick
Das Portfolio besteht aus genau drei Labels, die alle einen direkten Familienbezug tragen. Der Baron Edmond ist die Cuvée-Flagge des Hauses: ein Bordeaux-Blend aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc, der den Geist des Gründers in der Flasche bewahren soll — strukturiert, langlebig, mit südafrikanischer Wärme. Die Baroness Nadine ist der einzige Weißwein im Portfolio, ein Chardonnay, der nach der Frau von Baron Edmond de Rothschild benannt wurde. Er verbindet burgundische Eleganz mit dem Fruchtreichtum des Westkaps. Der Classique rundet das Sortiment als zugänglicherer Rotwein-Blend ab. Was alle drei eint: ein Stil, der Bordeaux-Disziplin mit südafrikanischer Reife verbindet — präzise, ohne Schärfe, mit dem Anspruch, zum Essen zu gehören, nicht über es hinwegzuwachsen.