Acht Winzer, ein Versprechen: die Gründung an der Halbinsel
Les Maîtres Vignerons de Saint-Tropez entstanden 1964, als acht Winzer der Halbinsel von Saint-Tropez eine für die damalige Zeit ungewöhnliche Entscheidung trafen: Sie bündelten ihre Kräfte, ohne ihre individuellen Güter aufzugeben. Ihr Ziel war eine gemeinsame Abfüll- und Vermarktungsstruktur, die das Erbe jedes einzelnen Domaines nach außen trägt, statt es in einem anonymen Kollektiv aufzulösen. Aus dieser Gründungsidee wurde ein Modell, das die Kooperative bis heute prägt: „Stark gemeinsam, ohne die Eigenständigkeit aufzugeben" – so fasst die Genossenschaft ihre Philosophie selbst zusammen. Jahrzehnte des schrittweisen Wachstums folgten: 2007 wurden Lager- und Logistikkapazitäten ausgebaut, 2016 der Showroom in Gassin vollständig erneuert, 2018 eine moderne Abfüllanlage installiert. 2024 kam das Domaine des Féraud hinzu – ein 1927 gegründetes, 50 Hektar großes Gut in Vidauban auf den Sand-, Sandstein- und Quarzböden der Maures-Ebene, rund 30 Kilometer von Saint-Tropez entfernt.
Terroir zuerst: Weinberg, Keller und der Weg zur Bio-Landwirtschaft
Heute vereint die Kooperative zehn Güter und Châteaux sowie drei große Weinkeller, die gemeinsam über 900 Hektar Rebfläche bewirtschaften. Die Lagen erstrecken sich über vier Terroirs: die Halbinsel von Saint-Tropez selbst, das sogenannte Goldene Dreieck zwischen Cuers, Puget-Ville und Pierrefeu, Le Cannet-des-Maures sowie die südliche Luberon. Jedes Mitgliedsdomaine behält seine eigene Vinifikationsanlage – Oenologen der Genossenschaft begleiten die Arbeit im Weinberg und im Keller, ohne die Handschrift des jeweiligen Gutes zu verwischen. Im Keller setzt man auf Frische und Aromenerhalt: Lese nachts oder in den frühen Morgenstunden, direkte Pressung, temperaturgesteuerte Vergärung. So bleiben die Fruchtaromen klar, die Säure lebendig.
Nachhaltigkeit ist kein Marketingversprechen, sondern ein aktiv verfolgtes Ziel: Die Kooperative unterstützt ihre Mitgliedsgüter bei der Umstellung auf ökologischen Landbau und bei der Zertifizierung nach Haute Valeur Environnementale (HVE). Viele Domaines wirtschaften bereits nach Bio-Standards; der Übergang wird als langfristiges Projekt verstanden, nicht als kurzfristige Repositionierung.
Rosé als Kernkompetenz: Stil, Rebsorten und das Sortiment
Das Herzstück des Sortiments sind die Roséweine der Côtes de Provence. Die Böden der Halbinsel – Schiefer, Granit und Kalkstein – in Verbindung mit dem maritimen Einfluss des Mittelmeers prägen einen Stil, der auf Mineralik, helle Frucht und Frische setzt. Grenache, Cinsault und Tibouren bilden die charakteristischen Rebsorten dieser Küstenlage. Zu den bekanntesten Cuvées gehören das Mas de Pampelonne, das Domaine Siouvette und die Note Bleue; der Fleur de Mer Rosé steht für den zugänglichen, aromatischen Einstieg ins Sortiment. Neben dem Rosé entstehen Weißweine mit mediterraner Frische und Rotweine mit weichem Tannin und Speisenkompatibilität. Die Vielfalt der vier Terroirs erlaubt eine Bandbreite, die über den klassischen Provence-Rosé hinausgeht – ohne dass die Identität der Halbinsel dabei verloren ginge.