Mehr als zwei Jahrhunderte Riesling an der Mittelmosel
Weingut Josef Rosch gehört zu den ältesten Familienbetrieben an der Mittelmosel. Seit über 200 Jahren wird in Leiwen Wein gemacht — einem Ort, der an der großen Moselschleife zwischen Klüsserath und Trittenheim liegt und dessen Weinberge zu den geschichtsträchtigsten der Region zählen. Den heutigen Stil des Hauses prägten Werner Rosch und seine Frau Renate: schlanke, hochmineralische Rieslinge, die durch ihre lebendige Säurestruktur den Trinkfluss geradezu herausfordern. Seit 2021 führen Sohn Nico und seine Frau Nicola das Weingut weiter. Nico Rosch brachte Erfahrungen aus anderen Mosel-Betrieben mit, darunter ein biodynamisch arbeitendes Weingut, und integriert dieses Wissen schrittweise in den Betrieb, ohne den gewachsenen Charakter der Weine aufzugeben.
Steillagen, Schiefer und konsequenter Verzicht auf Eingriffe
Das Weingut bewirtschaftet Parzellen in sechs Spitzenlagen: Leiwener Laurentiuslay, Trittenheimer Apotheke, Dhroner Hofberg, Piesporter Goldtröpfchen, Klüsserather Bruderschaft und Leiwener Klostergarten. Angebaut wird ausschließlich Riesling. In der Leiwener Laurentiuslay — einer südwestlich exponierten Steillage mit dunklem Schiefergestein — wachsen teils wurzelechte Reben, deren Alter sich in der Tiefe und Dichte der Weine abliest. Trockenmauern, die vor Generationen angelegt wurden, gliedern die besten Parzellen und halten den verwitterten Schiefer in den Hängen.
Im Keller wird auf Reinzuchthefen konsequent verzichtet: Alle Weine vergären spontan, also ausschließlich mit den natürlich vorhandenen Hefen. Moderne Kellereitechnik bleibt außen vor — das Weingut beschreibt seinen Ansatz selbst als "wie beim Großvater vor 100 Jahren". Sämtliche Weine sind vegan. Das erklärte Ziel unter Nico Rosch ist es, den Betrieb weiter in Richtung biodynamischer und naturnaher Bewirtschaftung zu entwickeln.
Mineralisch, lebendig, lagentreu — Riesling in seiner Mosel-Ausprägung
Die Weine von Josef Rosch folgen keinem schweren, opulenten Stil. Die Trittenheimer Apotheke, deren Rebfläche sich inner- und außerhalb der engen Moselschleife bei Trittenheim erstreckt, liefert hochmineralische Rieslinge mit teils exotischen Fruchtaromen und dem wärmespeichernden Schiefer als Rückgrat. Der Dhroner Hofberg steht für würzig-mineralische Noten, der Leiwener Klostergarten für zugänglichere, feinfruchtige Gutswein-Charaktere. Was alle Weine verbindet: eine klare Säurelinie, die Frische und Spannung erzeugt, ohne zu stechen, dazu ein ausgeprägter Schieferton im Abgang. Für ihre Qualitätskontinuität wird das Weingut seit Jahrzehnten in den wichtigsten deutschen Weinführern gelistet — Eichelmann, Feinschmecker und Vinum führen Josef Rosch regelmäßig mit hohen Bewertungen.