Wenn zwei Winzerfamilien sich verlieben — die Entstehung von Hand in Hand
Hinter „Hand in Hand" steckt keine Kellerei, sondern eine Ehe — und die Geschichte zweier der bekanntesten Winzerdynastien Deutschlands. Meike Näkel entstammt dem Weingut Meyer-Näkel an der Ahr, das als Pionier des deutschen Spätburgunders gilt. Markus Klumpp führt mit seinem Bruder Andreas das Weingut Klumpp in Bruchsal, das seine Eltern Ulrich und Marietta 1983 als Quereinsteiger in einem kleinen Bruchsaler Hinterhof gegründet hatten. Was als leidenschaftliche Begegnung zweier Winzer begann, wurde zu einem Gemeinschaftsprojekt: Ihr erster gemeinsamer Wein, ein Spätburgunder, wurde von der Weinkritik sofort wahrgenommen. Seitdem ist das Label „Hand in Hand" das vinophile Bindeglied zwischen zwei Weingütern, zwei Regionen und zwei Familientraditionen.
Badischer Boden, Ahrs Handschrift — die Arbeitsweise hinter den Weinen
Die Trauben für die Hand-in-Hand-Weine wachsen ausschließlich auf den typischen Löss-Lehmböden des nördlichen Badens, im Kraichgau zwischen Karlsruhe und Heidelberg. Das Mikroklima dort — sonnige Sommer und Herbste, abgemildert durch kühlende Winde — erlaubt lange Reifezeiten und liefert Trauben mit Substanz. Geerntet wird selektiv per Hand; für den Grauburgunder kommen ausschließlich Reben zum Einsatz, deren Stöcke älter als 30 Jahre sind.
Im Keller greift das Know-how beider Häuser ineinander: Rund ein Viertel des Grauburgunders wird im Barrique vergoren, der Rest im Stahltank. Anschließend reift der Wein fünf Monate auf der Hefe mit regelmäßiger Bâtonnage. Das Weingut Klumpp stellte seine gesamte Rebfläche bereits 1996 auf nachhaltigen Weinbau um — diese Haltung prägt auch das gemeinsame Projekt. Trinktemperatur: 10–12 °C.
Cremige Struktur, lebendige Säure — was die Hand-in-Hand-Weine ausmacht
Der Grauburgunder ist das Herzstück des Sortiments: im Glas goldgelb, in der Nase geprägt von Pfirsich, Quitte und Mirabelle, mit einem zurückhaltenden Vanillezug als Spur des Barriqueausbaus. Am Gaumen wirkt er fest strukturiert und cremig zugleich — die fünfmonatige Hefelagerung hinterlässt einen schmelzigen Körper, den eine lebendige Säure in Form hält. Der Abgang zeigt eine dezente Mineralik, die auf die kalkreichen Löss-Lehmböden des Kraichgaus verweist. Neben dem Grauburgunder umfasst das Sortiment einen Spätburgunder sowie einen Rosé-Sekt brut — alle drei Weine verbinden die burgundische Akribie des Klumpp-Kellers mit der Rotwein-Erfahrung der Ahr.
Passt zu kräftigem Fisch, Geflügel, hellen Fleischgerichten — oder zu einem guten Comté, der die cremige Textur des Weines spiegelt.