Pioneer im Schatten der Anden: Wie Finca Las Moras San Juan neu erfand
Als der australische Ampelograph Richard Smart 1993 die Weinberge in San Juan neu strukturierte, legte er den Grundstein für eine Bodega, die die Region dauerhaft verändern sollte. Finca Las Moras war die erste Kellerei in San Juan, die konsequent auf Qualitätsweine setzte — in einer Zeit, als die Provinz nördlich von Mendoza noch weitgehend als Land der Tafelweine galt. Der Name ist Programm: Die Maulbeerbäume (moras), die die Weinberge säumen, gaben dem Weingut seinen Namen und stehen bis heute als Symbol für die tiefe Verwurzelung im Terroir. Heute gehört Finca Las Moras zu Grupo Peñaflor — einem der größten Weinproduzenten Argentiniens, der seit 2010 von der Bemberg-Familie geführt wird — und beliefert Märkte in mehr als 70 Ländern.
Drei Täler, ein trockenes Klima, konsequente Nachhaltigkeit
Das Herzstück der Arbeit von Finca Las Moras sind rund 1.100 Hektar Weinberge, verteilt auf drei Täler in San Juan mit sehr unterschiedlichen Höhenlagen: das Tulum-Tal auf 650 Metern, das Zonda-Tal auf 950 Metern und das Pedernal-Tal auf bis zu 1.350 Metern über dem Meeresspiegel. Diese Höhenunterschiede sorgen für eine enorme Bandbreite an Aromaprofilen — von üppig-fruchtigen Rotweinen aus tieferen Lagen bis hin zu struktur- und säurereichen Weißweinen aus den kühlen Hängen des Pedernals. San Juan ist die zweitgrößte Weinregion Argentiniens und zeichnet sich durch ein ausgesprochen trockenes, sonniges Klima aus. Genau diese Bedingungen schaffen die Voraussetzung für ökologischen Weinbau: Der geringe Krankheitsdruck macht den Einsatz von Kunstdüngern und synthetischen Pflanzenschutzmitteln weitgehend überflüssig. Finca Las Moras hat diesen Vorteil früh erkannt und zu einem tragenden Pfeiler seiner Philosophie gemacht — mit zertifiziert biologischen Linien und einer Fairtrade-Zertifizierung, die nicht nur Umweltschutz, sondern auch faire Bedingungen für die Menschen im Betrieb sicherstellt.
Vom Volksrebsorten-Malbec bis zum avantgardistischen DADÁ
Im Sortiment von Finca Las Moras spiegelt sich ein klares inhaltliches Konzept wider: Frucht und Ausdruck des Terroirs sollen im Vordergrund stehen, nicht Holzgewürz oder Überextraktion. Syrah und Malbec sind die dominierenden Rebsorten — Syrah wächst in San Juan unter ähnlich günstigen Bedingungen wie in der nördlichen Rhône, bringt aber dank des intensiven Sonnenlichts eine eigenständige, fleischig-würzige Reife mit. Malbec, in Argentinien allgegenwärtig, erreicht im Pedernal-Tal auf über 1.300 Metern eine Konzentration und Kühle, die ihn von Massenprodukten deutlich abhebt. Dazu kommen Viognier, Chardonnay, Sauvignon Blanc und Bonarda, die das Portfolio in Richtung Weißwein und eigenständige argentinische Blends öffnen. Die DADÁ-Linie — darunter der DADÁ No.1 und der Merlot DADÁ No.2 — steht für den spielerischen, stilistisch offeneren Ansatz der Bodega: zugängliche Weine mit deutlicher Frucht, modernem Design und wenig Berührungsangst vor unkonventionellen Rebsorten-Kombinationen. Los Intocables Black Malbec markiert das andere Ende des Spektrums: ein konzentrierter, holzgereifter Rotwein aus San Juans besten Hochlagen, der zeigt, wozu die Region in der Lage ist, wenn man ihr Zeit und Sorgfalt widmet.