Von der Ranch in Redwood Valley zur Pioniermarke Nordkaliforniens
Die Geschichte von Fetzer beginnt 1958, als Barney Fetzer — damals noch Buchhalter bei einer Holzfirma — eine heruntergekommene Ranch im Redwood Valley in Mendocino County, Nordkalifornien, kaufte. Er wollte seinen elf Kindern eine Farm geben, auf der sie gemeinsam arbeiten und aufwachsen konnten. In den frühen Jahren bestellte die Familie die Weinberge nach Barneys Feierabend, verkaufte die Trauben zunächst an Hauswinzer im ganzen Land. 1968 dann der Schritt zur eigenen Kellerei: Fetzer Vineyards war gegründet. Die ganze Familie — Barney, seine Frau Kathleen und die sechs Söhne sowie fünf Töchter — arbeitete von der Lese bis zum Vertrieb an jedem Glied der Kette. Als Barney Fetzer 1981 starb, produzierte das Weingut bereits rund 2.000 Kisten pro Jahr. Unter der Regie der Familie wuchs Fetzer in den 1980er-Jahren zu einem der am schnellsten expandierenden Weingüter Kaliforniens heran. 1992 verkaufte die Familie die Marke an den amerikanischen Spirituosenkonzern Brown-Forman; seit 2011 gehört Fetzer zum chilenischen Weinriesen Viña Concha y Toro — und firmiert heute unternehmensseitig unter dem Namen Bonterra Organic Estates, während die Weinmarke Fetzer weitergeführt wird.
Was gut für die Erde ist, ist gut für die Traube
Diese schlichte Überzeugung Barney Fetzers ist bis heute das Leitmotiv des Weinguts. Fetzer begann in den 1980er-Jahren als eines der ersten großen kalifornischen Häuser mit ökologischem Anbau. 1987 führte die Familie offiziell biologische Anbaumethoden ein, 2000 folgte die Umstellung auf biodynamische Bewirtschaftung nach dem Mondkalender. Heute trägt das Weingut mit seinen rund 960 Hektar Rebfläche in Mendocino County die Regenerative Organic Certified-Zertifizierung — die strengste verfügbare Stufe im ökologischen Weinbau. Hinzu kommen Zertifizierungen als California Sustainable Winegrowing, Demeter, CCOF Organic sowie ISO 14001 für Umweltmanagement. Seit 2015 ist Fetzer eine zertifizierte B Corporation und war das weltweit größte Weingut mit diesem Status. Im Oktober 2021 erhielt das Unternehmen als erstes Weingut weltweit die Klimaneutral-Zertifizierung durch Climateneutral.org. Auf dem Betriebsgelände setzt Fetzer auf Solar- und Windenergie, Elektrofahrzeuge sowie ein biologisches Abwasseraufbereitungssystem, das bis zu 17 Millionen Gallonen Wasser jährlich für den Einsatz in den Weinbergen aufbereitet. Feste Abfälle aus der Produktion werden nahezu vollständig kompostiert, recycelt oder weiterverwendet — ein Ansatz, den die Vereinten Nationen mit dem Momentum for Change Award ausgezeichnet haben.
Zugängliche Klassiker mit kalifornischem Charakter
Das Fetzer-Sortiment steht für zugängliche, traubentypische Weine aus den Anbaugebieten der nordkalifornischen North Coast — Mendocino, Sonoma und Napa County. Der Valley Oaks Cabernet Sauvignon zeigt das warme, fruchtbetonte Profil der Region: reife Brombeere, Sauerkirsche und ein Hauch Mocha, getragen von mittelfesten Tanninen und einem weichen Abgang. Gut zu Steaks, geschmortem Rindfleisch oder einem kräftigen Cheddar. Der Sundial Chardonnay bringt Aromen von gebackenem Apfel, Birne und einem Hauch Crème brûlée ins Glas — cremige Textur, runde Säure, ein Stil, der zu Geflügel, Pasta in Sahnesauce oder mildem Ziegenkäse passt. Der Valley Oaks Zinfandel vervollständigt das Trio mit typisch kalifornischer Üppigkeit: dunkle Beerenfrucht, Tabak und ein würziger Abgang. Alle drei Linien spiegeln Fetzers Ansatz wider, qualitativ solide Weine aus ökologisch bewirtschaftetem Lesegut zu machen — ohne die Preisklasse zu verlassen, in der Alltagsweine ihren Platz haben.