Von der Dorfkellerei zur Genossenschaft der mutigen Winzer
Die Geschichte von Fonjoya beginnt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als sich die Winzer rund um Saint-Saturnin-de-Lucian zusammenschlossen, um ihre Trauben gemeinsam auszubauen. Die Cave de Saint-Saturnin, heute als Gründungsjahr 1950 dokumentiert, und die Genossenschaft von Saint-Félix-Saint-Jean entwickelten sich Jahrzehnte lang parallel – beide tief in der Weinkultur des südlichen Hérault verwurzelt. Im Dezember 2018 entschieden sie sich zur Fusion und gründeten gemeinsam Fonjoya, den heute bedeutendsten Genossenschaftsakteur auf den Appellationen Saint-Saturnin und Terrasses du Larzac.
Der Name trägt Programm: Er entstammt dem Okzitanischen, dem alten Patois des Languedoc – font bedeutet Quelle, joia steht für Freude. Ihre Selbstbezeichnung „Vignerons Audacieux" – mutige Winzer – ist keine Marketingformel, sondern Verweis auf eine über sieben Jahrzehnte gewachsene Haltung: zuerst in der Flaschenfüllung zu den Pionieren der Region gehören, heute rund 160 Mitgliedsbetriebe auf 1.000 Hektar Weinland vertreten.
Terroirvielfalt als Stärke: Schiefer, Ruffe und Rollkiesel
Fonjoya liegt am Schnittpunkt zweier Klimawelten: Im Norden schiebt sich das Causse du Larzac mit seinen kühlen Höhenwinden heran, im Süden öffnet sich die mediterrane Ebene des Hérault. Diese Lage erzeugt Temperaturschwankungen, die den Aromen Frische und Präzision geben, ohne die südliche Reife zu opfern. Auf einer einzigen Parzelle können sich bis zu einem Dutzend verschiedene Bodentypen überlappen: rote Ruffes – die für das Languedoc charakteristischen eisenhaltigen Tonböden rund um den Lac du Salagou –, Schiefer, Sandstein, Kalk-Ton-Gemische und Rollkiesel, die als natürliche Wärmespeicher wirken.
Diese Terroirvielfalt erlaubt der Genossenschaft, ein breites Spektrum an Appellationen zu bewirtschaften: AOP Languedoc Saint-Saturnin, AOP Terrasses du Larzac, AOP Languedoc sowie die IGP Saint-Guilhem-le-Désert und IGP Mont Baudile. Im Keller arbeiten die Winzer mit einem unterirdischen Fassausbau für die gehobenen Rotwein-Cuvées. Ein Teil der Produktion trägt die Terra-Vitis-Zertifizierung für nachhaltigen Weinbau, weitere Weine entstehen in zertifizierter ökologischer Landwirtschaft, und einzelne Cuvées werden ohne zugesetzte Sulfite ausgebaut.
Okzitanische Poesie im Glas: Grenache, Syrah und die Linie Le Grand Rêve
Die Weinlinie von Fonjoya ist konsequent in der okzitanischen Kultur verwurzelt – viele Cuvée-Namen entstammen dem Werk von Max Rouquette, dem aus Saint-Saturnin-de-Lucian stammenden Dichter und Schlüsselfigur des Okzitanismus. Dieser kulturelle Bezug ist kein Dekor: Er spiegelt den Anspruch wider, Weine zu machen, die konkret von ihrem Ort erzählen. Die Klassiker der Genossenschaft verbinden südfranzösische Rebsorten – Grenache, Syrah, Carignan, Mourvèdre – mit der Frische, die das Klima zwischen Larzac und Hérault-Ebene ermöglicht.
Die bei uns erhältliche Linie Le Grand Rêve Réserve steht für den gehobenen Ausbau der Genossenschaft: Der Rouge baut auf Syrah, Grenache und Carignan, der Gris zeigt, was das Languedoc mit blassrosafarbenen Trauben zu sagen hat, und der Blanc bringt die aromatische Seite der südlichen Weißweinrebsorten ins Glas. Der Guide Hachette hat Fonjoya-Weine mehrfach mit einem Coup de Cœur ausgezeichnet – darunter den Rosé der Linie Languedoc Saint-Saturnin für seine präzise Frucht und seinen ausgewogenen Körper.