Von Nicola zu Laura: fünf Generationen und eine Weinrevolution
Die Geschichte von Catena Zapata beginnt Ende des 19. Jahrhunderts, als die Familie Catena aus der italienischen Region Marken nach Argentinien auswanderte. 1902 pflanzte Nicola Catena seinen ersten Weinberg in Mendoza — darunter frühe Malbec-Reben, die damals kaum jemand ernst nahm. Sein Enkel Nicolás Catena Zapata, der in den frühen 1980er Jahren als Gastdozent an der University of California in Berkeley lehrte, traf dort Robert Mondavi und erlebte den Aufstieg des Napa Valley aus der Nähe. Die Erkenntnis, die er aus Kalifornien mitnahm, war schlicht: Was dort gelang, musste auch in Mendoza möglich sein. Zurück in Argentinien wendete er sich konsequent von der Massenproduktion ab und setzte auf Terroir, Präzision und Höhe. Heute führt seine Tochter Dr. Laura Catena, ausgebildete Ärztin mit Abschlüssen in Harvard und Stanford, das Weingut in der vierten bzw. fünften Generation weiter — als geschäftsführende Direktorin und Gründerin des Catena Institute of Wine.
Weinberge auf der Suche nach dem kühlsten Punkt Mendozas
Der rote Faden in der Arbeit von Catena Zapata ist die Höhe. Nicolás Catena Zapata erkundete systematisch die Andenausläufer und pflanzte Reben dort, wo niemand damit rechnete, dass sie ausreifen würden. Das Ergebnis dieser Suche ist der Adrianna-Weinberg in Gualtallary, auf knapp 1.500 Metern über dem Meeresspiegel — von Weinkritikern als „Grand Cru Südamerikas" bezeichnet. Mit zunehmender Höhe sinken die Durchschnittstemperaturen, der Tag-Nacht-Unterschied wächst, und intensives Höhenlicht erhöht die Polyphenolbildung in der Beerenhaut. Das Ergebnis: natürliche Säure, Struktur und eine mineralische Frische, die Lagen auf niedrigerem Niveau nicht erreichen. Die Weinberge werden parzellenweise nach Bodenzusammensetzung bearbeitet; am Adrianna-Weinberg entstehen zwischen 200 und 300 separate Lots, die getrennt vinifiziert und im Fass auf natürliche Vergärung gesetzt werden. Das 1995 von Laura Catena gegründete Catena Institute of Wine hat bislang 25 wissenschaftliche Artikel in begutachteten Fachzeitschriften veröffentlicht — zu Mikroorganismen, Bestäubern und Bodenstrukturen des Adrianna-Weinbergs. 39 % der Weinbergfläche verbleiben in unberührtem Zustand; Energieverbrauch und Bodenfeuchte werden über ein eigenes Messnetz überwacht.
Malbec, Chardonnay, Cabernet — was die Weine im Glas zeigen
Catena Zapata produziert Weine auf mehreren Qualitätsstufen, vom zugänglichen Catena-Label bis zu den Einzellagen-Abfüllungen des Adrianna-Weinbergs. Die Malbecs aus dem Adrianna zeigen Brombeere, Pflaume und Lavendel mit einer ausgeprägten Kreide-Mineralität im Abgang — eine direkte Folge der kalkreichen Böden in Gualtallary. Die Chardonnays aus denselben Lagen, darunter White Bones und White Stones, profitieren vom kühlen Klima: Die natürliche Säure bleibt intakt, der Stil ist klar und präzise, ohne die butterige Schwere wärmerer Weinbauregionen. River Stones steht für den flussschottergeprägte Block innerhalb des Adrianna-Weinbergs; Fortuna Terrae für Malbec von Kalksteinböden auf 1.340 Metern, mit intensiver dunkler Frucht und langer Struktur. Wer mit dem Catena Malbec oder dem Catena Alta Chardonnay einsteigt, bekommt das Weingut in seiner zugänglichen, gut gereiften Form — ein Einstieg, der zeigt, auf welcher Grundüberzeugung das gesamte Sortiment aufbaut: Höhe, Boden und Geduld ergeben mehr als Technik allein.