Von der Marche nach Mendoza: die Wurzeln der Catena-Familie
Alamos ist das Ergebnis einer Geschichte, die 1898 in der italienischen Region Marche beginnt: Nicola Catena wandert nach Argentinien aus und pflanzt 1902 seine ersten Malbec-Reben am Fuß der Anden in Mendoza — zu einem Zeitpunkt, als die Sorte in Europa kaum mehr als eine Verschnittrebe war. Aus dieser Entscheidung entsteht über Generationen hinweg die Bodega Catena Zapata, heute eine der prägenden Adressen des argentinischen Weinbaus. Alamos als eigenständige Marke innerhalb des Catena-Portfolios folgt ab 1993 — der Name leitet sich von den Pappelalleen ab, die in Mendozas Hochlagen die Weinberge vor dem scharfen Andenwind schützen.
Nicolás Catena Zapata, Enkel des Gründers, entwickelte das Weingut ab den 1960er-Jahren konsequent weiter und brachte europäische Vinifikationstechniken nach Argentinien. Heute steht seine Tochter Laura Catena, ausgebildete Biologin und Ärztin, an der Seite des Unternehmens — das Weingut ist bis heute vollständig in Familienhand und geblieben.
Höhenlage und Schneeschmelze
Mendoza liegt in der argentinischen Región del Nuevo Cuyo, eingebettet zwischen dem Trockenklima der Voranden und den Gipfeln der Kordillere. Die Weinberge von Alamos wachsen auf 900 bis 1.500 Metern Höhe — Bedingungen, die intensive Sonneneinstrahlung mit kühlen Nächten verbinden. Diese Temperaturschwankungen verlängern die Reifezeit, erhalten die aromatische Breite der Trauben und fördern die Ausbildung dickerer Beerenschalen, was dem Wein Struktur und Farbtiefe gibt. Bewässert werden die Anlagen ausschließlich mit mineralreichem Schmelzwasser aus den Anden.
Im Keller setzt Alamos auf doppelte manuelle Traubenauslese, um nur einwandfreies Lesegut zu verarbeiten. Die Weine reifen kontrolliert in Eichenholz — moderat eingesetzt, um die Rebsortencharaktere nicht zu überdecken. Kellerchefin Lucía Vaieretti, die in Mendoza aufgewachsen ist und ihre Weinberufsjahre im Uco Valley verbracht hat, leitet die Vinifikation seit 2016. Sie hat ihr Handwerk an der Don Bosco-Schule, einer der renommiertesten Ausbildungsstätten für Önologie in Südamerika, erlernt.
Malbec, Cabernet Sauvignon und Torrontés: klare Rebsortenporträts aus großer Höhe
Alamos versteht sich als Fenster in den argentinischen Weinbau — das Sortiment konzentriert sich auf wenige, klar definierte Rebsorten: Malbec als Haupt- und Paradedisziplin, dazu Cabernet Sauvignon und die in Argentinien beheimatete Weißweinsorte Torrontés. Der Stil folgt einer klaren Linie: Die Frucht soll im Vordergrund stehen, gestützt von der natürlichen Säurestruktur der Höhenlagen, ohne von übermäßigem Holzeinsatz überformt zu werden. Malbec aus Mendoza zeigt bei Alamos typischerweise dunkle Beerenfrucht, samtige Tannine und einen würzigen Abgang — ein Profil, das seinen Ursprung in den Lagen der Andenhänge direkt abbildet. Cabernet Sauvignon bringt mehr Struktur und Griffigkeit, während Torrontés mit floralen Aromen und frischer Textur punktet, wie sie für die Rebsorte in argentinischen Hochlagen charakteristisch ist.