Wenn Bordeaux auf die Anden trifft: die Geburt von Bodegas CARO
Die Geschichte von Bodegas CARO beginnt Ende der 1990er-Jahre mit einem Handschlag zwischen zwei der einflussreichsten Weinfamilien der Welt. Nicolás Catena, Pionier des Höhenlagen-Malbec in Mendoza, suchte eine internationale Partnerschaft — seine Idee gelangte schließlich zu Baron Éric de Rothschild, dem Kopf hinter Château Lafite und Domaines Barons de Rothschild (DBR Lafite). 1999 war das Projekt beschlossene Sache, der erste Jahrgang folgte 2000. Der Name CARO trägt die Allianz buchstäblich im Kürzel: CA für CAtena, RO für ROthschild.
Ihr gemeinsamer Arbeitsort ist ein denkmalgeschütztes Gebäude im Herzen von Mendoza, das bereits 1884 — mitten in Argentiniens weinbaulichem Goldzeitalter — errichtet wurde. Seit 2003 werden dort alle Weine des Hauses ausgebaut, in Backsteingewölben, die an norditalienische Renaissancearchitektur erinnern und deren unterirdische Keller bis heute das Herzstück der Vinifikation bilden. Heute führen Laura Catena und Saskia de Rothschild — Töchter der Gründerväter — das Projekt in die nächste Generation.
Höhenlagen, Handlese und Fässer aus Pauillac
Die Weinberge liegen in zwei Schlüsselregionen Mendozas: in Luján de Cuyo, einer der historisch ersten Malbec-Pflanzgebiete Argentiniens, sowie im Uco Valley mit Parzellen in Altamira, Gualtallary und San Carlos auf Höhen zwischen 800 und 1200 Metern. Die extreme Sonneneinstrahlung und die großen Tag-Nacht-Temperaturschwankungen dieser Lagen sorgen für konzentrierte Frucht und ausgeprägte Säurestruktur — Malbec-Trauben aus diesen Höhen entwickeln dickere Beerenschalen und eine natürliche Frische, die Weinen aus tieferen Lagen fehlt. Alle Trauben werden per Hand gelesen und schonend verarbeitet.
Im Keller setzt CARO auf Vergärung in Betonbehältern und Ausbau in französischen Eichenfässern — teils aus der hauseigenen Tonnellerie von DBR Lafite in Pauillac. Die Cuvée-Entscheidung fällt jahrgangsabhängig: In heißen, trockenen Jahren dominiert der Malbec-Anteil, in kühleren Jahrgängen trägt Cabernet Sauvignon stärker zur Struktur bei. Dieses Wechselspiel ist kein Kompromiss, sondern Methode — blind verkostet von den technischen Teams beider Häuser. Seit Dezember 2023 trägt Bodegas CARO zudem eine B-Corp-Zertifizierung, und neue Pflanzungen im Uco Valley werden von Beginn an ökologisch bewirtschaftet.
Malbec trifft Cabernet: ein Sortiment mit klarer Handschrift
Das Sortiment folgt einem logischen Aufbau vom zugänglichen Einstieg bis zur Prestige-Cuvée. Der Petit Caro und der Bodegas Caro Malbec Argentino zeigen die Rebsorten in direkter, fruchtbetonter Form — rotbeerig, mit samtiger Textur, für den unkomplizierten Abend gemacht. Die Amancaya-Cuvée, seit 2003 im Sortiment, kombiniert Malbec und Cabernet Sauvignon in einem bordeauxinspirierten Stil mit argentinischer Substanz: dunkle Frucht, Graphit, straffe Tanninstruktur. Das Flaggschiff Caro schließlich bringt beide Rebsorten auf ihr höchstes Ausdrucksniveau — mit der Präzision, die man aus Pauillac kennt, und der Tiefe, die nur die Andenhöhenlagen liefern können: schwarze Johannisbeere, Blaubeere, ein Hauch Zedernholz, mineralischer, langer Abgang. Wer die Weine von Bodegas CARO einmal nebeneinander probiert, versteht, was passiert, wenn zwei Weintraditionen nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten.