Die erste Bodega der Ribera del Duero: 1927 in Peñafiel gegründet
Bodegas Protos geht auf elf Freunde aus Peñafiel zurück, die sich 1927 zusammenfanden, um die Weinbautradition ihrer Familien in neue Hände zu legen. Was als Genossenschaft am Fuß des Castillo de Peñafiel begann, war nicht nur ein wirtschaftliches Projekt: Es war der erste Schritt zur heutigen Denominación de Origen Ribera del Duero. Den Namen dafür lieferte Protos selbst — die Bodega hieß ursprünglich „Bodega Ribera del Duero" und trat ihre eigene Marke 1982 an den neu gegründeten Consejo Regulador ab, damit die gesamte Region einen gemeinsamen Namen tragen konnte. Protos kommt aus dem Griechischen und bedeutet „der Erste" — ein Anspruch, der von Anfang an Programm war. Bereits bei der Exposición Universal de Barcelona 1929 wurden die ersten Jahrgänge 1927 und 1928 mit der Goldmedaille ausgezeichnet.
Die Bodega wuchs über die Jahrzehnte stetig: In den 1970er-Jahren entstanden mehr als zwei Kilometer Kellergalerien, handgegraben in den Fels unterhalb des Kastells, in denen Barricas bei konstanter Temperatur reifen. 1986 kam eine zweite Anlage im burgalesischen Anguix hinzu, heute als Hochleistungsbetrieb ausgebaut. 2008 eröffnete ein modernes Produktionsgebäude nach Plänen von Rogers Stirk Harbour + Partners — dem Büro des Pritzker-Preisträgers Richard Rogers — direkt neben den historischen Gewölben.
Ökologischer Weinbau auf 1.400 Hektar zwischen 750 und 900 Metern Höhe
Protos kontrolliert rund 1.400 Hektar Rebfläche, aufgeteilt in zahlreiche Einzelparzellen mit im Schnitt einem Hektar Größe — verteilt über die gesamte Ribera del Duero. Die Weinberge liegen auf kargen, humusarmen Böden in Hanglagen, die meisten nach Süden ausgerichtet, auf Höhen bis 900 Meter. Die Bodega hat ihre gesamte Produktion auf ökologischen Anbau umgestellt: Auf Pestizide und synthetische Dünger wird verzichtet, bewusst niedrige Erträge erhöhen die Konzentration in der Beere. Ergänzt wird das durch Photovoltaikanlagen zur Eigenversorgung und einen reduzierten Wassereinsatz, der gleichzeitig kontrollierten Trockenstress erzeugt. Ernte und Vinifikation folgen dem Anspruch, das Terroir abzubilden statt zu glätten: manuelle Lese in 20-Kilo-Kisten, Selektion am Band, schonende Maischestandzeiten.
Tinta del País im Mittelpunkt — vom zugänglichen Roble bis zum Hommage-Wein Protos 27
Das gesamte Rotwein-Sortiment von Protos basiert auf 100 % Tinta del País, dem lokalen Namen für Tempranillo. Der Protos Roble reift mindestens vier Monate im Fass und zeigt rote und schwarze Frucht mit feinen Röstnoten — zugänglich, mit runden Tanninen. Der Protos Crianza verbringt mindestens 14 Monate in Eichenholz und gilt als einer der meistverkauften Weine Spaniens. Der Protos Reserva stammt ausschließlich aus Weinbergen mit über 50 Jahre alten Reben und bringt mehr Tiefe und tertiäre Aromatik. Der Protos 27 ist die Hommage an die Gründer: Tempranillo aus alten Lagen, Ausbau in neuer französischer Eiche, konzentriert und gleichzeitig frisch. Ergänzt wird das Portfolio durch den Protos Verdejo Reserva aus der D.O. Rueda — Verdejo, über mindestens 24 Monate auf der Hefe im Barrique ausgebaut — sowie den Aire de Protos Rosado aus der D.O. Cigales. Ein lebendiges Sortiment, das die Breite der Region zeigt, ohne den Faden zur Herkunft zu verlieren.